Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH hat mit Unterstützung der Stadtverwaltung Jena und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Entwerfen und Konstruieren der Leibnitz Universität Hannover einen Wärmeatlas für Jena erarbeitet. Seit vergangener Woche liegen die Ergebnisse vor.
Grundlage für den Wärmeatlas sind Angaben von Gebäudebesitzern, die in Form einer Umfrage im vergangenen Frühjahr gesammelt wurden. Die Stadtwerke Energie möchten sich für die rege Teilnahme an der Befragung bedanken! Alle Angaben, Anmerkungen und Vorschläge der Gebäudeeigentümer haben dabei geholfen, die zukünftige Verteilung des Wärmebedarfs in der Stadt zielgenau abschätzen zu können. Die Ergebnisse schließlich bilden die Basis für das Erarbeiten eines innovativen zukunftssicheren Konzeptes für die Fernwärme- und Gasversorgung bis ins Jahr 2050 der Stadtwerke Energie.
Im Frühling 2011 erfolgte die Befragung über einen Zeitraum von fünf Wochen. Insgesamt wurden 6.300 Fragebögen verschickt, davon konnten etwa 2.050 ausgewertet werden. Weitere Angaben über etwa 830 Gebäude kamen von den Wohnungsgesellschaften. Dr. Wolfram Lützner, Projektleiter für den Wärmeatlas bei den Stadtwerken Energie, ist zufrieden mit der Rücklaufquote von rund 30 Prozent. Er sagt: „Die hohe Rücklaufquote zeigt, dass sich die Besitzer von einem oder mehreren Gebäuden mit dem Sanierungsstand ihrer Häuser auseinandersetzen und Interesse an dem Thema haben.“ Schließlich sei mit diesen Daten ein Grundstein für die Wärmeversorgung der Zukunft gelegt worden. Gefragt wurde in einem vierseitigen Fragebogen unter anderem nach bereits umgesetzten und geplanten Sanierungsmaßnahmen an und in den Gebäuden.
„Ein Wärmeatlas kann nur so gut werden wie die Ausgangsdaten sind“, sagt Dr. Wolfram Lützner. Dabei fiel der Zeitaufwand für das eindeutige Zuordnen der vielfältigen Informationen zu jedem Gebäude am Ende höher aus als zu Projektbeginn eingeschätzt. Der Mehraufwand macht sich am Ende aber bezahlt, denn nur mit einer zuverlässigen Datenbasis lassen sich aussagefähige Zukunftsszenarien entwickeln.
Die Ergebnisse der Untersuchungen bestätigen den bereits erwarteten Trend zum deutlichen Rückgang des Wärmebedarfs im Gebäudebestand. Trotz des bereits vorhandenen hohen Dämmstandards, insbesondere bei den Mehrfamilienhäusern – hier verfügen z.B. 60 Prozent über eine Außenwanddämmung, 80 Prozent über eine Dachdämmung und 90 Prozent über neue Fenster – ist davon auszugehen, dass der Wärmebedarf nochmals um ca. 50 Prozent sinken wird.
Mit dem Wärmeatlas konnten Trend-, Effiziens- und Sparszenarien für den Zeitraum bis 2050 abgebildet werden. Ferner wurden Potentiale für den Fernwärmeausbau und die -verdichtung ermittelt ebenso wie Möglichkeiten zur Errichtung von Mini-Blockheizkraftwerken (Mini-BHKWs). Die Ergebnisse zeigen, dass ein wichtiger Faktor für die zukünftige Versorgungsstrategie der Stadtwerke Energie darin besteht, schnell auf die am Wärmemarkt nachgewiesenen Tendenzen zu reagieren. Hier ist damit zu rechnen, dass in naher Zukunft zusätzlich durch die Politik Weichen für den Umbau der Energieversorgung gestellt werden. Der vorliegende Wärmeatlas ist somit ein wichtiger Baustein, der mit als Grundlage für die weitere Ausrichtung der Stadtwerke Energie genutzt wird.























