Halbjahresbilanz 2019-DRF Luftrettung fordert Verbesserung der Disponierung bei Notfällen

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Hubschrauber Typ H145 der DRF Luftrettung im Einsatz Quelle: DRF Luftrettung

Filderstadt, 12. August 2019 – An ihren bundesweiten Stationen wurden die rot-weißen Hubschrauber im ersten Halbjahr 2019 über 3.050-mal aufgrund von Schlaganfällen, akuten Herzkreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkten und schwersten Verletzungen alarmiert. Bei diesen Einsätzen zählt für die Patienten jede Minute. Ihre Überlebenschance und Genesung lassen sich aus Sicht der DRF Luftrettung durch die Umsetzung der sogenannten „Next-Best“-Alarmierungsstrategie verbessern. Die medizinischen Fachgesellschaften machen immer wieder deutlich: Patienten erholen sich bei bestimmten zeitkritischen Diagnosen (sogenannten Tracer- Diagnosen) wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma besser, wenn sie schnellstmöglich nach Notrufeingang in einer für die Erkrankung am besten geeigneten Klinik versorgt werden. Doch Leitstellen alarmieren in der Regel das Rettungsmittel, das den Einsatzort am schnellsten erreichen kann. Dabei liegt deren Fokus auf der gesetzlich geforderten Hilfsfrist, sprich der Frage, wie lange es nach dem Notrufeingang dauert, bis medizinische Hilfe beim Patienten eintrifft. „Wertvolle Minuten verstreichen beispielsweise, wenn der Hubschrauber erst nach Eintreffen eines bodengebundenen Notarztes für den Transport in eine Spezialklinik alarmiert wird“, erläutert Dr. Peter Huber, Vorstand der DRF Luftrettung. Daher arbeiten Fachverbände und Hilfsorganisationen wie die DRF Luftrettung daran, die Disposition von Rettungsmitteln flächendeckend nach der sogenannten „Next-Best“-Strategie umzusetzen. Gemäß dieser Strategie soll der Leitstellen- disponent bei Tracer-Diagnosen gleichermaßen zwei Aspekte beachten: die Einhaltung der Hilfsfrist und die sogenannte Prähospitalzeit. Das ist die Zeitspanne zwischen Erkrankung oder Unfall und dem Zeitpunkt, an dem der Patient in einer für ihn optimal geeigneten Klinik versorgt wird. Um diese Zeitspanne möglichst gering zu halten, müssen alle dafür notwendigen Rettungsmittel gleichzeitig alarmiert werden. Hier kommt der Luftrettung gerade in ländlichen Gegenden eine wichtige Rolle zu, denn im Vergleich zu bodengebundenen Rettungsmitteln transportieren Hubschrauber die Patienten unschlagbar schnell in die entsprechende Klinik.

Die Next-Best-Strategie verdeutlicht, dass zur Verbesserung unserer Notfall- versorgung alle Beteiligten beachtet werden müssen, von den Leitstellen über den bodengebundenen Rettungsdienst und die Kliniken bis hin zur Luftrettung. Nur so können wir durch optimale Zusammenarbeit das schützen, was einzigartig und unersetzlich ist: jedes Menschenleben“, appelliert Dr. Huber abschließend.

Über die DRF Luftrettung

Die 1972 in Echterdingen gegründete heutige DRF Luftrettung leistete im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 20.662 Einsätze, davon 19.309 Einsätze von ihren Stationen in Deutschland aus. An 13 der 35 Stationen in Deutschland, Österreich und Liechtenstein sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an sechs Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungs-winde zum Einsatz. Zur DRF Luftrettung gehört seit 2001 auch die österreichische ARA Flugrettung mit zwei Stationen sowie seit 2019 die Northern HeliCopter GmbH (NHC), die Einsätze in der Luft- und Wasserrettung leistet. Außerdem ist die DRF Luftrettung im Netzwerk der AP³ Luftrettung an einer weiteren Station mit Tag- und Nachtflugbetrieb in Balzers/Liechtenstein beteiligt. Darüber hinaus holt die DRF Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen Patienten aus dem Ausland nach Deutschland zurück. Für den kontinuierlichen Ausbau ihrer überlebenswichtigen Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Weit über 400.000 Förderer weiß der DRF e.V. bereits an seiner Seite.

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