Jena verliert die Generalprobe fürs Pokalviertelfinale

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Unerwartet deutlich unterlag der FF USV Jena mit 0:3 in Duisburg. Dennoch bleiben die Thüringerinnen vorerst auf Platz fünf in der Tabelle, weil auch der ärgste Verfolger Essen beim 1:1 in Freiburg Punkte liegen lässt.

Kalt  erwischt, eigene Chancen nicht genutzt – so lässt sich die erste Hälfte des Spiels in Duisburg aus Jenaer Sicht in Kürze zusammenfassen. Der Anpfiff  von Schiedsrichterin Christine Baitinger war noch gar nicht richtig verhallt, da zappelte die Kugel schon im Netz hinter Stenia Michel. Die Chroink des 1:0 in der zweiten Spielminute: gefühlvoller Freistoß aus der eigenen Hälfte auf Duisburgs Linksaußen, die Hereingabe wird lang und länger, Jennifer Oster rückt aus dem Mittelfeld über rechts nach, hat Zeit und Platz, auf Jackie Groenen zurückzulegen, die ohne Bedrängnis zentral aus sieben Metern ins linke Eck einschiebt. Wie beim letzten Aufeinandertreffen im Mai 2013 an Ort und Stelle, lief Jena erneut einem sehr frühen Rückstand hinterher.

Dieser Treffer brachte die Gäste früh aus dem Konzept. „Wir hatten uns so viel vorgenommen. Aber nach dem 1:0 war ein Bruch in unserem Spiel“, resümierte eine enttäuschte Susann Utes nach der Partie. Denn den FF USV-Frauen bot sich in Hälfte eins mehrfach die Möglichkeit zum Ausgleich. Carolin Schiewe etwa zielte nach einer Ecke zu genau und setzte das Leder per Kopf an die Latte, Amber Hearn traf aus spitzem Winkel ebenso nur das Gebälk, nach einem gelungenen Spielzug strich ein Schuss von Laura Brosius nur knapp am Tor vorbei. „Wir haben gerade in der 1. Halbzeit zu viele Chancen nicht genutzt. Von denen müssen wir wenigstens eine machen“, sagte Utes.

Im zweiten Durchgang wurde es für den Tabellenfünften nicht besser. Vielmehr zeigten die Gastgeberinnen nach gut einer Stunde erneut, wie es geht. Ballverlust Jena, schnelles Umschalten der Grün-Weißen auf Angriff. Als Lieke Martens kurz hinter der Mittelinie Schiewe mit einem Lupfer vernascht und ein Solo über links startet, bleibt Jenas Akteurinnen nur das Nachsehen. Duisburgs Nr. 10 dringt in den Strafraum ein, schaut Stenia Michel aus und schiebt den Ball überlegt an ihr vorbei ins lange Eck. Das 2:0 war an einem solchen Tag natürlich eine Vorentscheidung, zumal die Gastgeberinnen keine zehn Minuten später den Sack endgültig zu machten. Sofia Nati, kurz vorher eingewechselt, legt sich den Ball unweit des linken Strafraumecks zurecht, schießt das Leder über die „kleine“ Jenaer 3-Frauen-Mauer, Stenia Michel kommt zwar noch an den Ball, der schlägt aber trotzdem im linken oberen Eck ein.

„Uns hat die Bewegung gefehlt. Wir hatten viele  einfache Ballverluste im Spielaufbau, bei denen Duisburg gut umgeschaltet und letztendlich die wenigen Chancen effektiv und konsequent genutzt hat. Jetzt heißt es für uns, unter der Woche alle Kräfte zu mobilisieren, um das wichtige Pokalspiel gegen Sand zu gewinnen“, so Utes im Hinblick auf den 15. Dezember.  Mut machen dafür sollte den Thüringerinnen die Einschätzung von Sven Kahlert nach der Niederlage. Der Duisburger Trainer bescheinigte Jena, „über 90 Minuten seinem Ruf gerecht geworden zu sein, mit den schönsten Fußball in der Liga zu spielen. Der USV war fußballerisch die bessere Mannschaft.“

FCR Duisburg: Petersen – Weichelt, Neboli (85. Hellfeier), da Silva Costa, Himmighofen, Jacome Silva, Barbara Müller, Oster, Wahlen (60. Vonkova), Groenen (65. Nati), Martens

FF USV Jena: Michel – Brosius (60. Löser), Schiewe, Erceg, Seiler, Beil, Landeka (89. Krug), Utes, Julia Arnold (75. Lagaris), Percival, Hearn

Tore: 1:0 Groenen (2.); 2:0 Martens (58.); 3:0 Nati (68.)

Gelb: Beil (12.)

Bericht: Silke Winkler und Ralf Triesch