„Kirchendonner um Sankt Viti“ – Karten ab sofort zu haben!

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Am Montag, dem 12. März 2012 gab Knut Kreuch, 1. Vorsitzender des Wechmarer Heimatvereins, den Startschuss für die nächsten „Veit Bach Festspiele Wechmar 2012“. In seinem 30. Jubiläumsjahr präsentiert der Wechmarer Heimatverein wieder Thüringens größtes Volksschauspiel zum Leben der Musikerfamilie Bach.

Gespielt wird dreimal in der Wechmarer Sankt Viti Kirche, dem Originalschauplatz und gleichzeitig Thüringens größter Dorfkirche. Premiere ist am Freitag, dem 7. September 2012, um 20 Uhr und Uraufführungen sind am Samstag, den 8. September ebenfalls um 20 Uhr und am Sonntag, den 9. September 2012 um 16 Uhr zu erleben.

Die Vorgeschichte
Im Jahre 1999 haben die Mitglieder des Wechmarer Heimatverein e.V. begonnen nach einer Idee zu suchen, um neue zeitgemäße Formen der Vermittlung des Werkes der Bachfamilie einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Da Wechmar als Stammort der Musikerfamilie Bach und als Geburtsort von Johannes Bach, dem ersten Komponisten der größten Musikerdynastie aller Zeiten, internationale Anerkennung genießt, war es wichtig, breite Schichten der Bevölkerung in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Am Ende der Diskussion verständigten sich die Mitglieder des Vereins darauf, das größte Volksschauspiel des Freistaates Thüringen zu schaffen und hoben im Jahre 2000 die „Veit Bach Festspiele Wechmar“ aus der Taufe. Schon im Namen ist die absolute Abgrenzung zur Hochkultur klar dargestellt, denn für die Festspiele gelten außergewöhnliche Regeln.

So, wie Veit Bach Handwerker und musikalischer Laie war, dürfen auch heute nur Laienschauspieler und Laienmusiker mitwirken. Basis der Festspiele bildet die Geschichte der Musikerfamilie Bach vom Jahre 1500 bis heute ins 21. Jahrhundert, gespielt wird ausschließlich an einer authentischen Wirkungsstätte der Musikerfamilie Bach, zur Aufführung werden nur Stücke gebracht, die extra für die „Veit Bach Festspiele Wechmar“ geschaffen worden sind. Klar war auch, dass nur alle vier Jahre gespielt werden soll und so kam es in den Jahren 2000, 2004 und 2008 zu bejubelten Laienaufführungen.

Die ersten drei Bühnenstücke
Im Jahre 2000 schuf der Gothaer Autor Andreas M. Cramer nach einer Idee von Knut Kreuch das Bühnenstück „Veit Bach“, das anlässlich des Internationalen Musikfestivals Bach 2000 Wechmar in der alten Kartoffelhalle die Premiere und in der Sankt Viti Kirche eine Uraufführung erlebte. In den Jahren 2004 und 2008 verfasste jeweils Knut Kreuch die Bühnenstücke, die unter dem Titel „Hans Bach, ein Spielmann“ und „Der verliebte Kantor“ je dreimal begeistert zur Aufführung gebracht werden konnten.

Im Jahre 2012 kann die Geschichte der Musikerfamilie Bach in Wechmar mit der neuen Aufführung als abgeschlossen gelten und auch die eigens für die Produktionen geschriebenen Schauspiele haben dann die gesamte Bachgeschichte erzählt. Kommt es 2016 zur geplanten Fortsetzung wird es eine Neuinszenierung des Stückes „Veit Bach“ geben, das bereits 2000 aufgeführt worden ist. Auch das wird ganz spannend sein.

Mit dem neuen Volksschauspiel „Kirchendonner um Sankt Viti“ sind die Wechmarer in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelangt. Für die drei Aufführungen des Jahres 2012 hat wiederum Knut Kreuch das Bühnenstück und Drehbuch verfasst, in dem der Historiker die Geschichte des Kirchenbaues von Wechmar erzählt, der in den Jahren 184o bis 1843 stattfand. Es streiten sich dabei der Schultheiß Johann Michael Stichling und der Pfarrer Dr.Ernst August Kerst um die Deutungshoheit, wer wohl die Idee zum Kirchenneubau hatte. Die gesamte Dorfgemeinschaft vom Lehrer, über die Marktfrauen, die adeligen Fräuleins und die Handwerkerschaft sind in den Zwist eingebunden.

Die Wechmarer Volksschauspiele zeichnen sich aus durch die Vielfalt ihrer Darbietungen und so hat Knut Kreuch wieder 50 Bühnenrollen geschrieben und gibt somit fünfzig Menschen im Alter von 5 bis 80 Jahren die Möglichkeit ihre Talente als Sänger, Schauspieler, Musikant oder Bühnenhandwerker unter Beweis zu stellen.

In den verschiedenen Szenen werden die Wechmarer Laien etwa 120 Minuten ohne Pause auf der Bühne stehen und die Besucher in den historischen Kontext mitnehmen. Verstärkt wird die Laienschar durch den Chor, die Trachtentanzgruppe, die Studnitztänzer, die Mundartschwätzer, die Handwerksburschen, die Spinnfrauen und die Musikanten des Vereins. Unterstützt werden die Auftritte durch die Wechmarer Mühlenpfeiffer des Thüringer Landestrachtenverbandes, die Gesangsvereinigung Seebergen sowie die Jagdhornbläser Röhnberg. Eingebunden hat Kreuch ganz besonders junge Menschen, die als Einzelmusikanten, aber auch als Kirmesgesellschaft auftreten.

Dankenswerter Weise hat die Kirchgemeinde Wechmar wieder die Sankt Viti Kirche für die Proben und die drei Aufführungen zur Verfügung gestellt. Diese Kirche, die einst Superintendent Ernst Karl Bach einweihte, ist die jüngste Bachwirkungsstätte in Wechmar und gibt dem Volksschauspiel einen authentischen Raum. Im denkmalgeschützten Kirchenbau wird ein einzigartiges Bühnenbild entstehen und natürlich wird wieder auf allen Emporen gespielt und gesungen.

Zum vierten Male übernimmt die Wechmarerin Antje Körbs, die heute im baden-württembergischen Abstatt lebt, die Regie für das Volksschauspiel. Antje hat es sich nicht nehmen lassen und kommt für alle Proben aus dem drei Autostunden entfernten Abstatt nach Wechmar, um mit ihren Freunden zu trainieren. Mitte März beginnen die ersten Proben und werden sich bis September hinziehen. Mindestens einhundert Mitwirkende werden drei Tage lang in Wechmar auf und hinter der Bühne stehen, doch es geht nicht nur um die Aufführungen, denn mehr als vierzig Proben werden vorab notwendig sein, um qualitätsvolle Aufführungen zu bieten, es werden weiterhin Einzelproben mit den Hauptdarstellern durchgeführt, auch Gesangs-, Musik- und Tanzproben sind notwendig, die sicherlich ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

Waren im Jahre 2000 Dr. Hans Hochberg als Veit Bach und Karl-Heinz Stichling als Hans Bach die Hauptdarsteller des Stückes, so übernahm 2004 Regino Schmidt die Hauptrolle des Hans Bach, ein Spielmann. Als verliebter Kantor brillierte 2008 Erich Mendel in der Hauptrolle und auch für das Jahr 2012 ist es gelungen neue Hauptdarsteller in den Reihen des Wechmarer Heimatverein zu finden.

So werden als Schultheiß Stichling der Systemadministrator Frank Supplieth, als seine Frau die Referentin der Brandenburgischen Landesregierung, Aniela Liebezeit und die Abiturientin Julia Hartung als Tochter zu erleben sein. Der Gegenpart ist ebenso toll besetzt. Diplom-Ingenieur Holger Harting steigt in die Rolle des störrischen Pfarrers Dr. Kerst und seine Tochter Heidi Harting wird im Volksschauspiel das verwöhnte Nesthäkchen mimen.

Kein Berufs- oder Profischauspieler wird je in Wechmar zu den Veit-Bach-Festspielen die Bühne betreten. Sie sind Jurist und Hausfrau, Prokuristin und Computerfachmann, Spielzeugfacharbeiterin und Diplom-Agraringenieur, sie sind Wirtschaftskauffrau und Feuerwehrmann, Erzieherin und Heilpädagoge, Pastorin und Bürgermeister, Klempner und Prokuristin, sie sind Schüler und Abiturientin, aber sie alle sind durch eines vereint, die Liebe zum Volksschauspiel, zu Wechmar und ihrem Wechmarer Heimatverein.

Es sind noch Rollen zu haben!
In diesem Jahr vergibt der Wechmarer Heimatverein e.V. erstmals vier Rollen an leidenschaftliche Hobbyschauspielerinnen und Schauspieler. Haben sie ein markantes Gesicht, tragen sie gern historische Kostüme, lernen sie mit Lust kurze Texte, dann bewerben sie sich und der September 2012 wird für sie ein unvergessliches Erlebnis werden. Gesucht werden zwei Frauen und zwei Männer, gern auch Ehepaare, die jeweils eine Handwerkerfamilie darstellen.
Bewerbungen schnellstens an: Wechmarer Heimatverein, Hohenkirchenstraße 13, 99869 Günthersleben-Wechmar oder Tel. 036256 / 86 560.

Der 2.Vorsitzende Wolfgang Herz, der als Herrscher eines souveränen Staates zum „Kirchendonner um Sankt Viti“ zu erleben sein wird, führt dazu aus: „Die Festspiele werden auch im Jahr 2012 ein Schaufenster der Leistungsfähigkeit der thüringischen breitenkulturellen Arbeit im Bereich der Heimatpflege werden, denn alle Leistungsparameter im Bereich der Heimat- und Brauchpflege werden hier augenscheinlich dargestellt werden. Wechmar wird aufzeigen können, wie Kultur im ländlichen Raum, im Schatten eines kulturellen Ballungszentrums, einen eigenständigen Input für die Thüringer Kulturszene hervorbringen kann.

Der Tourismus in Thüringen, besonders auch im Gothaer Land, braucht starke kulturelle Akzente und Festspiele sind herausragende Parameter, um Menschen für den Kulturstandort Thüringen zu begeistern. Zu den Festspielen werden etwa 1.000 Besucher erwartet, die nicht nur aus der Region, sondern auch aus Thüringen und ganz Deutschland nach Wechmar eilen werden, um diese für Thüringen einmalige Veranstaltung zu erleben. Wer hier Kultur auf ganz andere, nirgends so in Deutschland erlebbare Art und Weise genießen kann, der wird durch die wichtigste aller Werbemaßnahmen, durch „Mund-zu-Mund-Propaganda“ dafür sorgen, dass Thüringen neue Wachstumsmärkte an Kulturkonsumenten zu strömen.“

Die „Veit Bach Festspiele Wechmar 2012“ sind die Fortsetzung der im Jahre 2000 begonnenen Wechmar Festspieltradition, im Rhythmus von vier Jahren außergewöhnliche Kulturleistungen zu vollbringen und zu verbreiten.

Kartenvorverkauf startet – Hilfe für Sankt Viti beginnt!
Eintrittskarten für die Premiere am 7. 9. 2012 und die zwei Uraufführungen am 8. und 9. September 2012 sind ab sofort im ganzen Freistaat Thüringen in allen Vorverkaufsstellen des Thüringen Ticketshops zum Preis von 12€ erhältlich. Mit dem Kauf einer Eintrittskarte unterstützen die Besucher auch die weitere dringend notwendige Sanierung der Sankt Viti Kirche Wechmar, der größten Dorfkirche im „grünen Herzen Deutschlands“.

Foto: Die Hauptdarsteller vor der ersten Probe (v.l. n.r.) Holger Harting (Pfarrer Dr. Ernst August Kerst), Heidi Harting (seine Tochter Agnes Kerst), Aniela Liebzeit (Eva Stichling), Julia Hartung (ihre Tochter Dorothea Stichling) und Frank Supplieth (Schultheiß Johann Michael Stichling).
Foto: Lutz Ebhardt, Gotha

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