Land lehnt Nutzung der Sporthalle durch Landkreis ab

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Aus der vom Landkreis Gotha angefragten Nutzung der Sporthalle des
Bildungszentrums der Thüringer Landesverwaltung in Gotha wird nichts. Das
hat Landrat Konrad Gießmann seit kurzem schriftlich. Thüringens
Innenminister Dr. Holger Poppenhäger persönlich teilte mit, dass man diese
Halle dem Landkreis nicht als Notunterkunft für zugewiesene Asylbewerber
und Migranten überlassen werde. Das Land behalte sich vor, angesichts
unsicherer Prognosen zur weiteren Entwicklung auf Schwankungen reagieren zu
können. Daher würden landeseigene Einrichtungen wie die angefragte Halle im
‚Stand-by‘ gehalten. Und überdies seien angesichts der aktuellen Zahlen
keine Sporthallenbelegungen mehr notwendig, beschied der Minister.

Allerdings hatte Gothas Landrat die Landesverwaltung bereits im Januar
angesprochen mit der Bitte, die Sporthalle in der Bahnhofstraße in Gotha zu
überlassen – damals mit dem Ziel, die seinerzeit mit Asylbewerbern belegten
Schulsporthallen in Warza, Friemar und Wandersleben an die Schulen und
Vereine zurückgeben zu können. Letzteres ist bis Ende April gelungen, weil
aufgrund der geschlossenen Balkanroute die Zahl der Asylsuchenden
bundesweit erheblich zurückgegangen ist. Dieser Trend war zu Jahresbeginn
keinesfalls vorhersehbar; und ob es dauerhaft so bleibt, ist offen.

„Die mangelnde Bereitschaft zur Kooperation ist schlichtweg enttäuschend“,
bewertet Landrat Konrad Gießmann die Replik aus Erfurt. In Kenntnis der
Erwägungen des Landes hatte der Landkreis auch angeboten, im Falle einer
positiven Antwort besagte Sporthalle binnen zweier Tage wieder zu räumen,
sollte sie der Freistaat selbst benötigen.

Wenn die Zugangszahlen an Asylbewerbern ähnlich ansteigen wie im
vergangenen Jahr, muss der Landkreis abermals auf eine Pufferlösung setzen.
„Es lässt sich praktisch nicht umsetzen, sofort alle Ankommenden in
Wohnungen oder Gemeinschaftsunterkünfte einzuquartieren, weshalb wir eine
Zwischenstation benötigen. Nach der Absage des Landes wird diese Lösung
mangels Alternativen abermals nur in einer Schulsporthalle bestehen“,
kündigt der Landrat an. Gießmann stellte ferner klar: Er werde deutlich
darauf hinweisen, dass diese Einschnitte bei einer Hilfe durch das Land
nicht notwendig wären. An Warza, Friemar und Wandersleben adressiert sendet
der Landrat die Botschaft: „Sollten uns die Umstände dazu zwingen, werden
wir nicht zum zweiten Mal die gleichen Hallen belegen.“

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