Sie sei keine Anhängerin der vielen Ökonomen zugeschriebenen Meinung, der Staat habe sich weitgehend aus der Wirtschaft rauszuhalten, betont Prof. Dr. Silke Übelmesser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Die neue Lehrstuhlinhaberin für Finanzwissenschaft sieht vielmehr viele Bereiche, „wo der Staat notwendig ist“ und seine Eingriffe sinnvoll sind, etwa bei den sozialen Sicherungs- und den Steuersystemen.
Bei vielen anderen Aufgaben ist es nach Meinung der 38-jährigen Volkswirtin sinnvoll, dass Staat und Individuum gemeinsam agieren. Die lebhafte Wissenschaftlerin nennt als Beispiel die ausgewogene Finanzierung der Bildung. Da vom Studium der Einzelne wesentlich profitiere, gebe es gute Argumente für Studiengebühren. Aber der Staat ziehe gleichfalls einen Nutzen aus gut ausgebildeten Menschen, so dass auch er aus der Finanzierung der Bildung nicht zu entlassen sei.
Ihren Spezialthemen Bildung, Migration und Fachkräftemangel will sich die Volkswirtin neben der ganzen Breite des Fachs auch in Jena intensiv widmen. Parallel hat die junge Volkswirtin eine Forschungsprofessur am Ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München inne. Von der Isar, wo sie ihre wissenschaftliche Karriere begann und 2003 mit einer Analyse der umlagefinanzierten Rentensysteme auch promoviert wurde, ist sie inzwischen an die Saale umgezogen. Hier in Jena will die vielfach ausgezeichnete, verheiratete Mutter zweier Kinder sich nicht nur bei ihren Forschungen und in „der extrem wichtigen Lehre“ engagieren. Sie plane auch, Kontakte in die Politik und die Gesellschaft aufzubauen. Denn die Finanzwissenschaft sei bei aller notwendigen Mathematik ein Fach, das große Bedeutung für die Allgemeinheit habe.




















