Vor der ersten Runde der Playoffs gingen die Oettinger Rockets Gotha wandern, vor der zweiten schießen. Gestern war bowlen angesagt. Mit anderen Worten: Vier Tage vor dem Auftakt für die Halbfinal-Serie haben die Gothaer eine ruhige Kugel geschoben.
Der Bowlingabend ist das Sinnbild für die Ruhe vor dem Sturm, der am Samstag durch die Ernestiner-Sporthalle fegen soll. Dann empfängt der Südstaffel-Meister aus Gotha die RheinLand Versicherungen Hertener Löwen (bei Gelsenkirchen) zum ersten von maximal drei Spielen der Vorschlussrunde (Tip-Off: 19 Uhr).
Die Zeichen stehen auf Sieg. Das Team von Head Coach Marko Simic will den Grundstein für den Einzug ins Finale legen, der bekanntlich gleichbedeutend ist mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ProA. Das große Ziel liegt also in greifbarer Nähe.
„Klar, wir wollen diese Chance nutzen und uns jetzt von niemandem mehr aufhalten lassen“, sagt Head Coach Marko Simic vor dem Spiel, das bereits im Vorfeld ein beachtliches Medien-Interesse ausgelöst hat. Radio- und Fernsehsender wollen Teams in die „Blaue Hölle“ schicken – und neben den lokalen und regionalen Blättern hat sich auch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) akkreditiert.
Die Gothaer können die Begegnung mit gesundem Selbstvertrauen in Angriff nehmen. Alle Spieler sind fit, einmal mehr akribisch vorbereitet und sehr gut auf den Gegner eingestellt – also „ready“. Für die Mannschaft spricht zudem, dass sie im Verlauf der Playoffs von Spiel zu Spiel besser in Fahrt kam und nunmehr der einzige Halbfinalist ist, der in den ersten beiden Runde noch keine Partie verloren hat.
Deshalb hatten die Rockets unter der Woche auch spielfrei – anders als der Gegner. Die Hertener mussten am Dienstag bis zur allerletzten Sekunde der Verlängerung kämpfen, um die Uni-Riesen Leipzig mit 107:105 niederzuringen. Doch in diesem Spiel wurde auch deutlich, dass den Löwen – nach Abschluss der Hauptrunde Zweiter der Nord-Staffel – alles zuzutrauen ist. Marko Simic verfolgte den Playoff-Fight live und sah mit eigenen Augen, dass für Herten einige herausragende Akteure am Ball sind. Etwa der „ProB-Spieler des Monats“ und Top-Scorer der gesamten ProB, Zamal Nixon, der es im Schnitt 25 Punkte pro Spiel bringt.
Bereits hinlänglich bekannt war, dass der Halbfinal-Gegner der Rockets mit einer Mini-Rotation spielt – und damit auch Erfolg hat. Gegen Leipzig setzte Löwen-Coach Boris Kaminski lediglich sechs Akteure ein, wobei die Starting-Five-Spieler jeweils mindestens 39 Minuten im Einsatz waren – oder mehr.
Logische Konsequenz für das Gothaer Trainer-Gespann: „Für uns kann das nur heißen: Wir müssen am Samstag von der ersten bis zur letzten Sekunden Vollgas geben und dabei mehr denn je das Hauptaugenmerk auf eine knallharte Verteidigung legen.“
Derweil gibt’s auch eine klare Ansage von den Hertener Löwen, für die Marcus Monk in der vergangenen Saison spielte und vormals auch Torvoris Baker. Jedenfalls gab sich Boris Kaminski nach der Dienstag-Schlacht gegen die Uni-Riesen Leipzig selbstbewusst: „Wir fahren nach Gotha, um zu gewinnen!“
Genug geredet und geschrieben. Höchste Zeit, dass gespielt wird.



















