Das vom „Altmeister“ des Gesellschaftsrechts, Prof. Dr. Marcus Lutter aus Bonn, begründete Standardwerk „Europäisches Unternehmens- und Kapitalmarktrecht“ wurde unter maßgeblicher Beteiligung von Wissenschaftlern der Friedrich-Schiller-Universität Jena jetzt neu aufgelegt. Prof. Dr. Walter Bayer und seine Habilitandin Dr. Jessica Schmidt, LL.M., erläutern in der neuen 5. Auflage gemeinsam mit Marcus Lutter auf knapp 1.800 Seiten die einschlägigen europäischen Richtlinien und Verordnungen und stellen dabei auch die Bezüge zur Transformation in das deutsche Recht her.
Vorangestellt ist auf 400 Seiten ein Überblick über die europarechtlichen Grundlagen und deren historische Entwicklung. Darüber hinaus werden einschlägige Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Niederlassungs- und Kapitalverkehrsfreiheit erörtert, speziell zur grenzüberschreitenden Mobilität sowie zu den sogenannten „Goldenen Aktien“, einschließlich des „VW-Gesetzes“.
Nach Meinung von Fachkollegen setzt das im renommierten Verlag de Gruyter erschienene Werk neue Maßstäbe. „Uns ist wohl ein großer Wurf gelungen“, meint denn auch Bayer voller Stolz. Mit Lutter – dem international renommierten und vielfach geehrten Wissenschaftler, dessen großes Lebenswerk auch von den Jenaer Juristen vor fünf Jahren mit dem Ehrendoktor-Titel gewürdigt wurde – ist der Jenaer Inhaber des Lehrstuhls für Handels- und Gesellschaftsrecht noch durch zahlreiche weitere gemeinsame Projekte verbunden: So bearbeitet Bayer maßgebliche Passagen im führenden Kommentar zur Europäischen Aktiengesellschaft von Lutter/Hommelhoff. Ebenfalls kommentiert er die Vorschriften zur grenzüberschreitenden Verschmelzung im Umwandlungsgesetz-Kommentar, der ebenfalls den Namen Lutter trägt, zukünftig aber federführend von Walter Bayer als neuem Herausgeber verantwortet wird. Hinzu kommt ein gemeinsamer Kommentar zum GmbH-Recht, der ebenfalls in nächster Zeit in neuer Auflage erscheinen wird.
Profitieren wird vom anschaulich erläuterten „Europäischen Unternehmens- und Kapitalmarktrecht“ in erster Linie die mit dieser wichtigen Rechtsmaterie befasste Praxis. Denn: „Es gibt in diesem Rechtsgebiet kaum einen Aspekt, der nicht europarechtlich vorgeprägt ist“, so Bayer, „und daher für alle Anwälte, Richter, Unternehmensjuristen und Ministerialbeamten bedeutsam ist, die sich mit Fragen des Unternehmens- und Kapitalmarktrechts befassen – selbst wenn sie es nicht unmittelbar mit ausländischen oder europäischen Rechtsformen zu tun haben“. Die „Europäisierung“ reiche, so der Jenaer Jurist, vielmehr von den Prinzipien guter Corporate Governance im Recht der börsennotierten Aktiengesellschaft über den Aktionärs- und Arbeitnehmerschutz bei Verschmelzungen oder (feindlichen) Übernahmen bis hin zu insolvenzrechtlichen Regelungen.
Auch für die Studierenden – nicht nur, aber speziell in Jena – werde sich künftig eine nähere Beschäftigung mit diesem Buch lohnen: Denn die im Rahmen des Schwerpunktbereichs „Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht“ angebotene Vorlesung der Jenaer Juristenfakultät zum Europäischen Unternehmensrecht wird regelmäßig von Bayer bzw. seiner Habilitandin Schmidt durchgeführt.
Bibliografische Angaben:
Marcus Lutter/Walter Bayer/Jessica Schmidt: Europäisches Unternehmens- und Kapitalmarktrecht, 5. Aufl., de Gruyter, Berlin 2012, LVI, 1780 Seiten, 299,00 Euro, ISBN 978-3-89949-056-5
Kontakt:
Prof. Dr. Walter Bayer
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel:: 03641 / 942140
E-Mail: w.bayer@recht.uni-jena.de






















