Gut möglich, dass Leo Niebuhr den 4. November 2009 längst vergessen oder aber in unguter Erinnerung hat. An jenem Mittwoch vor ziemlich genau zwei Jahren stand der 2,06-Meter-Mann erstmals in der Ernestiner-Sporthalle in Gotha auf dem Feld: im blauen Auswärtstrikot des ProA-Ligisten Giants Nördlingen mit der Nummer 22 auf der Brust. Seine damalige Mannschaft trat als Favorit im DBB-Pokal gegen Regionalligist Oettinger Rockets Gotha an. Das Spiel endete 68:63 – für den gastgebenden Außenseiter.
Wer vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen beider Teams der Favorit oder aber Außenseiter ist, lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen. Fest steht indes: Wenn der Tabellendritte Giants Nördlingen am Samstag den Tabellenvierten Oettinger Rockets Gotha empfängt (Tip-Off: 19.30 Uhr), dann will Leo Niebuhr, dass die Partie so ähnlich ausgeht wie vor zwei Jahren. Am Ende sollen die Thüringer die Nase vorne haben. Schließlich ist der 25-Jährige seit dieser Saison für das BiG-Team am Ball.
Freilich wird auch das vierte Auswärtsspiel der Saison kein Wunschkonzert. Einmal mehr steht den Gothaern ein heißer Tanz bevor. Denn die Giants (die Riesen) zählen neben den BSW Sixers der BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen zu den Überraschungsteams der Liga. Beide Aufsteiger haben bis dato erst eine Begegnung verloren. Die Grundlage für die Bilanz der Giants bilden dem Vernehmen nach starke Auftritte des gesamten Teams und nicht zuletzt konstante Leistungen der US-Boys Jason Jamerson (Shooting Guard) und Modie Johnson (Power Forward). Jamerson markierte in den bisherigen Begegnungen immerhin 27,6 Punkte im Schnitt und ist mit diesem Wert einsame Spitze in der ProB.
Doch überragende Einzelakteure bestimmen nicht zwangsläufig den Ausgang eines Spiels. Deutlich wurde das beim jüngsten Heimsieg der Rockets gegen die White Wings Hanau, als Anish Sharda zwar 33 Punkte erzielte, aber am Ende dennoch als Verlierer des Spielfeld verlassen musste.
Dass die Giants nicht unschlagbar sind, wurde indes im Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenführer BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen deutlich. Hier zogen die Nördlinger mit 87:98 den Kürzeren – allein 40 Punkte kassierten sie im ersten Viertel.
Ungeachtet dessen können die Rockets das Top-Spiel mit gesundem Selbstbewusstsein in Angriff nehmen. Head Coach Marko Simic vertraut auf die Stärken seiner Mannschaft – starke Defense und guten Teambasketball. Die Marschroute für den kommenden Samstag steckte er bereits kurz nach dem Erfolg gegen Hanau unmissverständlich ab: „Wir haben zuletzt auswärts zweimal verloren und die Schnauze voll von Auswärtsniederlagen!“
Für die nötige Motivation ist also gesorgt. Nicht zuletzt, weil die Samstag-Partie für den Hauptsponsor der Rockets ein Stück weit auch ein Heimspiel ist. Denn der Stammsitz der Oettinger Brauerei GmbH liegt keine 20 Kilometer von Nördlingen entfernt. Deshalb dürfen sich die Gothaer am Samstag auch auf bayerische Unterstützung freuen. Einige Mitarbeiter aus Oettingen haben sich Karten besorgt.
Derweil wäre ein Sieg auch ein besonderes Geburtstagsgeschenk für Günther Kollmar. Er ist der Senior-Chef der Oettinger Brauerei, verfolgt die Entwicklung des Gothaer Basketballs und des Vereins, für den sich sowohl sein Unternehmen als auch Sohnemann Dirk engagieren, mit wachsender „BiGeisterung“ und feiert am Samstag seinen 74. Geburtstag!






















