Am 25.06.14, 18:30 Uhr, wird im Druckereimuseum und Schaudepot der Museen der Stadt Erfurt, die sich im Benary-Speicher auf dem Gelände des Sparkassen-Finanzzentrums befinden, eine Ausstellung eröffnet, die sich der Thüringer Porzellankunst in Verbindung mit der Familie Bellermann widmet. Anlass ist der 200. Geburtstag des Malers Ferdinand Bellermann (Erfurt 1814–1889 Berlin), der besonders durch seine südamerikanischen Landschaften bekannt geworden ist.
Vorfahren des Malers Ferdinand Bellermann waren aufs Engste mit den Geschicken der Porzellanmanufakturen Volkstedt und Ilmenau verbunden.
Christian Nonne (Erfurt 1733–1813 Gießhübel), der 1758 in die Erfurter Kaufmannsfamilie Bellermann einheiratete, lenkte mit Unterstützung
seiner Verwandtschaft als Pächter und Eigentümer beide Manufakturen zur künstlerischen und wirtschaftlichen Blüte: Finanziell und unternehmerisch
stand ihm hierbei sein Schwiegervater Johann Martin Bellermann zur Seite, während zwei seiner Schwager den Vertrieb national und international bis nach Russland übernahmen.
Der Erfolg beruhte auch auf der Anstellung hochkarätiger Künstler: An dem umfangreichen Figurenprogramm hatte der Zeichner, Maler und Modelleur
Franz Kotta (Hildburghausen 1758–1821 Rudolstadt) ab 1780 maßgeblichen Anteil. Kotta, bekannt für seine psychologisch einfühlsamen und genauen Porträts, wurde später Rudolstädter Hofmaler und –bildhauer. Ein Fokus der Ausstellung gilt somit dem künstlerischen Schaffen Kottas, der von berühmten Zeitgenossen für die Porzellanmanufaktur Volkstedt Bildnisse schuf, darunter der Erfurter Statthalter Carl Theodor Freiherr von Dalberg (Mannheim 1744–1817 Regensburg).
Die Ausstellung vermittelt ein lebendiges Bild der Thüringer Porzellankunst und ihrer Entstehung: von der Zeichnung über das Gipsmodell bis hin zum
ausgeführten Porzellanwerk. Die Exponate gehören größtenteils zur Schenkung Hans-Helmut Kämmerer (1996), in der die Nachlässe verschiedener Erfurter Familien vereinigt sind, darunter der Familien Bellermann, Nonne, Roesch und Dilling. Neben Porzellanen gehören vor allem Möbel, Scherenschnitte und Gemälde des 18. und 19. Jahrhunderts zu dieser Sammlung. In ihrer Gesamtheit bildet die Sammlung Kämmerer eines der bedeutsamsten Zeugnisse der Thüringer Kulturgeschichte an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, in der Ausstellung ergänzt durch zahlreiche Bestandsstücke des Angermuseums .
Die Sonderausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Angermuseum Erfurt entstanden und kann bis zum 30. April 2015 im Benary-Speicher besichtigt werden.
Informationen zur Ausstellung
Eröffnung: Mittwoch, 25. Juni 2014, um 18:30 Uhr, im Benary-Speicher
Laufzeit: 26. Juni 2014 – 30. April 2015
Öffnungszeit (bis Ende 2014) und Kontakt:
Dienstag und Donnerstag 14–17 Uhr
Mittwoch 14–18 Uhr
sowie nach Voranmeldung
unter: 0361-655 56 21 oder 0361-789 48 05
E-Mail: restaurierungswerkstaetten@erfurt.de
Ausstellungsort:
Druckereimuseum und Schaudepot der Museen der Stadt Erfurt im Benary-Speicher (innerhalb des Sparkassen-Finanzzentrums)
Brühlerstr. 37, 99084 Erfurt
(Straßenbahnlinien 2 und 4, Haltestelle: Sparkassen-Finanzzentrum)





















