In den letzten sechs Jahren hat sich das Stadtbild Gotha, so ist der Eindruck vieler Gäste und Besucher, sehr zum Positiven gewandelt. Dies gelang in einer konzentrierten Aktion von privaten Investoren, städtischen unternehmen und stadtbildbegleitenden Maßnahmen. Fragt man Oberbürgermeister Knut Kreuch nach seinen Sorgenkindern 2013 kommt die Antwort prompt: Bahnhof Gotha, Klub der Kulturschaffenden, Friedrich Straße 14, ehemalige Energieversorgung, Neubauerstraße und die Wohnblöcke in der Lindemannstraße.
Besonders der Bahnhof Gotha, das Eingangstor in die Stadt, das täglich rund 5.000 Menschen passieren macht seit Jahren einen unwirtlichen Eindruck. Die durch Bombardierungen des II. Weltkrieges zertrümmerten Gebäude verfallen immer mehr, so dass jetzt sogar die Deutsche Bahn selbst das Gebäude verlassen hat. Der private Investor ist kaum zu Gesprächen mit der Stadt bereit, die von städtischer Seite fast monatlich angeboten werden.
Ähnlich ist es bei der Villa Kunreuther, die als Klub der Kulturschaffenden von 1950 bis 1990 wesentlich zum kulturellen Leben der Stadt beitrug und Freiräume zur künstlerischen und staatskritischen Diskussion bot. Hier lebt der Besitzer außerhalb Deutschlands und glaubt, er verfüge über ein Millionenobjekt. Leider hat sich aber noch kein Millionär gefunden, der dem Haus wieder eine Zukunft gibt, stattdessen ist die Hinterfront großflächig geöffnet, so dass immer stärkere Bauschäden auftreten, selbst der Balkon zur Straße macht den Eindruck, als wenn er zusammen bricht. Dreht man sich von dem Bauwerk weg zur anderen Straßenseite so erscheint lobenswert private Initiative, die am Standort der alten verrotteten Poliklinik ein modernes Wohn- und Geschäftshaus entstehen lässt.
Mit dem neuen Besitzer der Thüringer Energie will Oberbürgermeister Knut Kreuch schon in den nächsten Wochen sprechen, welche Perspektive das Unternehmen in Erfurt für die seit Jahrzehnten leerstehenden Gebäude sieht oder ob dort eventuell Freiflächen zum Parken für den Bahnhof entstehen könnten, denn ab 2017 wird Gotha im Viertelstundentakt mit dem Bahnknoten Erfurt vernetzt sein und somit als idealer Wohnstandort für Arbeitsplätze im Umkreis von 200 km angesehen werden können.
Ob sich für die abrissreifen Wohnblöcke in der Lindemannstraße eine Lösung aufzeigt wird maßgeblich am privaten Besitzer liegen, dem die Stadt Gotha gemeinsam mit dem Frreistaat Thüringen dutzende Lösungen und Fördermittebeantragungen aufgezeigt hat, um diesen Missstand in einem sehr schönen Wohngebiet zu beseitigen.
„Wir sind an jedem Einzelfall dran“ sagt Oberbürgermeister Knut Kreuch „wir suchen Besitzer auf, sprechen mit ihnen, beraten sie. Wir sprechen Investoren an, bereiten Kaufentscheidungen vor, organisieren die letzten Fördermittel die es noch in Thüringen gibt und helfen auch Eigentümern, die keinen Ausweg mehr wissen. Es gibt so viele gute Beispiele der letzten Jahre schwärmt der Oberbürgermeister, z. B. Die Augenklinik am Arnoldiplatz 1, die Seebachsche Villa in der Siebleber Straße, das Landschaftshaus am Schlossberg usw.“
„In Gotha wird niemand allein gelassen, wenn er bereit ist, sich an der Entwicklung des historischen und modernen Stadtbildes zu beteiligen“ unterstreicht Bürgermeister Schmitz-Gielsdorf die vielfältigen Bemühungen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wer Hilfe braucht, findet sie in der Stadtverwaltung.





















