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„Wie ticken Jugendliche?“, so lautet die Leitfrage und der Titel der Untersuchung der sinus-Studie, die gestern veröffentlicht wurde. Dafür haben Forscher 72 Interviews mit Jugendlichen aus verschiedenen Städten geführt, die Mädchen und Jungen mussten zudem schriftlich Fragen zu ihrem Leben beantworten und ihre Zimmer fotografieren.
Dabei stellten die Autoren schnell fest, dass es unmöglich ist, die Frage allgemeingültig zu beantworten. Die Jugend lasse sich nicht beschreiben, sondern nur in ihrer Unterschiedlichkeit betrachten. Insgesamt, so die Studien-Autoren, stehen die Jugendlichen unter großem Druck: Die Berufsaussichten sind unsicher, die Leistungsanforderungen hoch. Sie würden früh die Rolle von „Mini-Erwachsenen“ übernehmen. Bei aller Verschiedenheit schätzen fast alle Jugendlichen traditionelle Werte wie Sicherheit, Pflichtbewusstsein, Familie und Freundschaft. Aber nicht auf traditionelle Weise, sondern durch ein individuelles Werte-Patchwork.
Dass es die Jugend von heute einfacher hat, als die Jugendlichen von vor 30 Jahren, stimmt also nicht. Sicherlich stehen den jungen Menschen heute mehr Türen offen – durchgehen müssen sie aber noch immer allein. Und noch immer spielen Herkunft und Geldbeutel der Eltern eine immense Rolle. Bei all den Möglichkeiten, die die Jugendlichen heute haben, sich selbst zu verwirklichen, verlieren sie auch schnell den Überblick. Umso wichtiger ist dann ein fester Halt und Orientierungspunkte im Leben. Das zu geben, ist Sache der Eltern – und wenn diese nicht in der Lage sind, Sache von Institutionen, wie Schulen.
Der sinus-Studie wurde übrigens in Auftrag gegeben von sechs kirchlichen und gesellschaftspolitischen Institutionen. Das Sinus-Institut erforscht seit über 30 Jahren die deutsche Gesellschaft und gruppiert jene Menschen, die ähnliche Lebensweisen haben und ähnliche Einstellungen zu Arbeit, Familie, Freizeit, Geld und Konsum.




















