Erfolg für die Lehrerausbildung in Jena: In der ersten Bewilligungsrunde für die gemeinsame „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern erhielt die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) den Zuschlag für ihren Projektantrag.
Dessen Ziel ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen „Jenaer Modells“ des Lehramtsstudiums in drei wichtigen Punkten: mehr Interdisziplinarität durch mehr fächerübergreifende Ausbildungsinhalte vor allem in den Naturwissenschaften; mehr Internationalität z.B. durch die Möglichkeit von Schulpraktika im Ausland; sowie eine stärkere Fokussierung auf das Thema Inklusion.
„Eine erfolgreiche Lehrerausbildung ist die wichtigste Voraussetzung für eine gute Schulausbildung“, erklärten Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee und Bildungsministerin Birgit Klaubert. „Die Aufnahme des Jenaer Lehramtsstudiums in die Förderung ist deshalb ein Erfolg für ganz Thüringen.“
Der Projektantrag der Universität Jena ist einer von bundesweit 19 erfolgreichen Förderanträgen. Insgesamt waren 80 Konzepte für die erste Bewilligungsrunde eingereicht worden. Das Jenaer Konzept untergliedert sich in insgesamt acht Teilprojekte, darunter ein fächerübergreifendes Studiengangsmodul für die Fächer Physik, Chemie und Biologie, eine engere Verzahnung von Fach- und didaktischer Ausbildung, die Einführung von Schulpraktika und Praxissemestern im Ausland, den Einsatz moderner Medien im Mathematikunterricht sowie die gezielte Vorbereitung der künftigen Lehrer auf die Herausforderungen längeren gemeinsamen Lernens. Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von zunächst vier Jahren (bis 2018). Die Universität veranschlagt die Kosten für das Vorhaben auf knapp vier Millionen Euro.
„Mit der ‚Qualitätsoffensive‘ wollen wir die akademische Lehrerausbildung in Deutschland kontinuierlich weiter verbessern und an neue Herausforderungen anpassen“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Dazu zählen nicht zuletzt ein größerer Praxisbezug und die Inklusion. „Das Jenaer Konzept hat mit seinen Schwerpunkten deshalb ganz klar überzeugt.“ Der Zuschlag durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern sei aber auch eine Bestätigung für die hohe Qualtät der Lehrerausbildung an der FSU Jena.
Bildungsministerin Birgit Klaubert erklärt: „In Thüringen setzen wir in den kommenden Jahren noch stärker auf die Neueinstellung junger Lehrer. Das Projekt der Friedrich-Schiller-Universität hat einen hohen Praxisbezug. Es zielt unter anderem auf mehr fächerübergreifende Ausbildung in den naturwissenschaftlichen Fächern. Ich bin überzeugt, dass sich das auszahlen wird, wenn Absolventen an unsere Schulen kommen. Schließlich gehören Thüringens Schüler bundesweit zur Spitzengruppe in den Naturwissenschaften. Wir sorgen dafür, dass das so bleibt.“
Hintergrund:
Ziel der im Jahr 2013 von Bund und Ländern beschlossenen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist es, die Inhalte und Strukturen der Lehrerausbildung in Deutschland weiterzuentwickeln. Voraussetzung für die Teilnahme am Förderprogramm ist die wechselseitige Anerkennung von lehramtsbezogenen Studienabschlüssen und Prüfungsleistungen durch die Hochschulen bzw. ihre Sitzländer. Die Auswahl der als förderwürdig eingestuften Konzepte wurde durch ein zwölfköpfiges Expertengremium unter Vorsitz des Bildungsforschers Prof. Dr. Manfred Prenzel getroffen. Mit den Förderempfehlungen des Auswahlgremiums werden in einem ersten Schritt 19 Vorhaben auf den Weg gebracht, die nun um einen Vollantrag bis zum 30. April gebeten werden und mit einer Förderung ab 1. Juni 2015 rechnen können. Bei positiver Evaluation der geförderten Projekte ist eine Weiterförderung ab 2019 möglich. Der Bund stellt für die zwei Förderphasen bis 2023 insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung.
Geplant ist darüber hinaus eine zweite Bewilligungsrunde, für die am 12. Juni 2015 Bewerbungsschluss ist und die ebenfalls in zwei Förderphasen bis 2023 laufen wird. Daran können auch Hochschulen teilnehmen, die in der ersten Bewilligungsrunde noch keinen Zuschlag erhalten haben





















