Aus Sicht des Inspektionsdienstes Gotha unter der Leitung von René Schwachheim (Foto) ist der Landkreis Gotha (statistisch gesehen) einigermaßen sicher. Begründet wird dies mit den Zahlen aus der Kriminalstatistik 2025, die jüngst vorgestellt wurde.
Im Vergleich zum Jahr 2024 konnte 2025 ein leichter Rückgang der Straftaten festgestellt werden. Rund 7.850 Fälle wurden im vergangenen Jahr bekannt beziehungsweise von der Polizei aufgeklärt. Der Wert spricht gegen einen Trend, der seit 2021 bestand. Bisher gab es einen leichten Anstieg der Fallzahlen. „Auffällig ist im Landkreis Gotha das starke Stadt-Land-Gefälle. Je mehr Einwohner auf einer Fläche zusammenkommen, desto häufiger kommt es zu Straftaten“, so René Schwachheim.
Weiterhin beachtlich ist die Aufklärungsquote der Landespolizeiinspektion Gotha, die neben dem Landkreis Gotha auch für den Ilm-Kreis und den nördlichen Wartburgkreis zuständig ist. Hier im heimischen Landkreis liegt der Wert bei 61,4 Prozent. Damit liege die Behörde im Soll, meinte Schwachheim. Ziel sei mindestens eine Quote von 60 Prozent. Abheben könne sich die LPI von den bundesweiten Zahlen. Dort werden lediglich 57,9 Prozent der Fälle aufgeklärt.
Weit vorn liegen weiterhin Diebstahlsdelikte. Trotz eines Rückgangs gegenüber 2024 um etwa 350 Fälle bleibt diese Gruppe deutlich an der Spitze. Mit rund 2.300 Fällen kann keine andere Deliktsform mithalten. „Zugenommen haben hier die Buntmetall-Diebstähle. Es ist schwer, Tatverdächtige auszumachen. Oft können diese Diebstähle erhebliche Auswirkungen nach sich ziehen“, merkte René Schwachheim an und verwies auf Neu- und Rohbauten.
Einen ebenso deutlichen Rückgang verzeichnete der Inspektionsdienst Gotha bei den Rauschgiftdelikten. Das hänge laut der Leitung auch mit der Teillegalisierung von Cannabis zusammen, obwohl dadurch zugleich neue Straftatbestände entstanden seien.
Kaum merkliche Veränderungen gab es bei der Straßen- und Gewaltkriminalität. Mit zusammengerechnet rund 1.500 Fällen liegen diese Deliktsgruppen im Mittelfeld.
Besorgniserregend sind für den Leiter des Inspektionsdienstes Gotha die anhaltenden Meldungen von Telefontrick- und Kapitalanlage-Betrügen. „Unsere Behörde leistet viel Aufklärungsarbeit. Die Täter hinter diesen Maschen sind aber pfiffig und finden zu oft einen Weg“, bemängelte Schwachheim. Registriert wurden Fälle von falschen Anlageversprechen, dem Enkeltrick, vorgetäuschten Polizeibeamten und Schockanrufen. Mit den Folgen sei nicht zu scherzen, wie Iris Aßmann vom Sachbereich Kriminalitätsbekämpfung bei der LPI Gotha anmerkte. „Immer wieder erhalten wir Anzeigen, bei denen Opfer einen fünf- bis sechsstelligen Betrag verloren haben.“
Dabei sei es gar nicht leicht, die Netzwerke hinter den Tätern zu zerschlagen. Wenn sich couragierte Menschen melden und die Polizei einschreitet, bekomme sie meist nur die „Kuriere“ zu fassen, stellte René Schwachheim klar.
Sorgen sollen sich die 136.000 Einwohner im Landkreis Gotha trotzdem nicht machen. Aus Sicht des Leiters des Inspektionsdienstes werde „das Beste für den Landkreis herrausgeholt.“ Auch die verbesserte Zusammenarbeit der Behörden – etwa zwischen Inspektionsdienst Gotha, Kriminalpolizei-Inspektion, Gerichten und Staatsanwaltschaft – hinterlasse bei den Beamten ein positives Gefühl, so der Inspektionsdienstleiter.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 5 (2026)



















