Ecker im November: Endlich Karnevallera! – Fasching, Fez und fünfte Jahreszeit

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Männer! – Mitunter zeigen sie ja doch einen Anflug von Humorigkeit? Wenn ich dies in der Vergangenheit bezweifelte, ist nun hier Gelegenheit, meinen offensichtlichen Irrtum einzugestehen.

Und einzuräumen, dass zumindest in den Rathäusern des Gothaer Landkreises eine Sorte Mann umgeht, die sich nicht fortwährend, permanent und unablässig allzu wichtig nimmt.

Ja, worum geht es eigentlich? Natürlich, selbstverständlich und fraglos um die närrische Zeit, welche am 11. November begann. Karneval, Fasching, „Fünfte Jahreszeit“ – wie das ebenland läufig so heißen mag.

Nein, nein – unsereine, die zum Lächeln oder Lachen gewöhnlich zum Keller hinabsteigt, will sich gar nicht lustig machen über das bunte, ja – geradezu farbenprächtige Spektakel, welches beispielsweise unserer Tagespresse eine illustrierte, fröhlich kolorierte respektive kommentierte Doppelseite wert war.

Kleine Rundreise gefällig! In Georgenthal kreuzte ein Saurier den Weg des Umzuges, aus dem benachbarten Ohrdruf beteiligten sich Aktive des OCV, während die Friedrichrodaer Gäste aus dem befreundeten Waltershausen begrüßen konnten. Unterm Gottlob startete der FCC seine inzwischen 44. Saison. Bürgermeister Kay Brückmann übergab im kribbelbunten Dress den Rathausschlüssel ohne sinnloses Rumgezicke. FCCPräsident Torsten Schüßler wird es zu würdigen gewusst haben?

Ganz anders im nahen Finsterbergen! Hier musste der „Dorfschulze” Markus Creutzburg konsequent in Ketten gelegt werden, bevor der FKK die Macht im Rathause übernehmen konnte. FKK – natürlich geht es hier weder um Friedrich Karl Kaul („Fragen Sie Prof. Kaul!”, Montagabend 19 Uhr) noch um Freikulturkörperlichkeit, sondern einzig und allein um den Finsterberger Karnevalklub! Lieber Bürgermeister, gedenke du immer des jener Ausspracheübung, über die schon so mancher Schauspiel Eleve stolperte: „Kummerkrank kauernd, kaum karge Kost, krummgeknebelt kalte Kerkerkette!”

Während also in Frie’ro der FCC wie erwähnt zum 44. Male an den Start ging, wurde in Schwabhausen bereits zum 72. Male eine Faschingssaison eröffnet. Der SCC, vertreten durch Prinzessin Isabell I. und Prinz Tomas I., brachte es diesmal fertig, den gesamten Elferrat als Jungpioniere an und auftreten zu lassen. Da wir ja in Kürze, (konkret am 13. Dezember und auch nur dann, wenn’s 1990 nicht anders gekommen wäre) den Gründungstag der Pionierorganisation „Ernst Thälmann” hätten begehen können, kann den Schwabhäusern ein besonderes geschichtliches Feingefühl attestiert werden.

Aber nun mal ganz sachlich, zielorientiert und datumszentriert die nackten Fakten zum heiteren Treiben im Land kreise: Begonnen soll sein beim ältesten Karnevalsverein weit und breit, dem soeben gewürdigten Schwabhäuser Platzhirsch: Die Büttenabende des SCC finden unter dem Motto „Schlau könn’me au!” am 31. Januar, 7. Februar und 14. Februar statt. Seniorenfasching ist am 1. Februar und Kinderfasching genau 14 Tage später am 15. Februar. Tickets können vorbestellt werden unter folgender Nummer: 0178405 1285.

In Friedrichroda sieht’s folgendermaßen aus: Kostümbälle gibt’s am 23. und 24. Januar; am 7. Februar ist im Kloßtheater der Kinderfasching angesagt. Eintrittskarten sind erhältlich im Kur und Tourismusamt der Stadt Friedrichroda (Telefon: 03623 33200).

Ein Blick hinauf nach Finsterbergen: Die 52. Saison (Motto: „SchMerz, lass nach!”) sieht ihre Büttenabende terminiert am 17., 24. und 31. Januar sowie am 6., 7., 14. und 16. Februar. Am 24. Januar ist Senioren und Familiennachmittag, am 31. Jänner folgt der Kinderfasching. Ticket Telefon: 0162667 6943.

Von den besonders fleißigen FKKAktivisten hoch drob’n auf dem Berge zum guten Schlusse hinunter zum Hammerteiche. Der Georgenthaler GKV lädt unter dem Motto „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” an folgen Tagen zum Bütttenabend ein: 31. Januar, 7. und 14. Februar. Kinderfasching ist am 1. Februar. Eintrittskarten sind immer sonnabends in „Marschners bunter Stube” (St.GeorgStr. 12) erhältlich. Telefon: Tel. 036253 2 53 94

Nun, nach diesem (gemäß der Seriosität des Themas) korrekten, präzisen, prägnanten und punktuell zentrierten Rundfluge über den Landkreis noch ein winziger, klitzekleiner Blick in die von Narretei und Mummenschanz geschüttelte Referenzstadt.

Dort verlieh jüngst der Gothaer Karne alsgemeinschaft (GKG) einen der höchsten Ehrenpreise, welche die Resilienzstadt zu vergeben hat. Schon beim Nennen dieser vom Renommee höchster Weihe umflorten Auszeichnung (die ehrfürchtige Rede ist vom sogenannten „Elefantenorden”) will das demütige Herz, geheimnisvoll umweht von der Anwandlung patriotischer Humorigkeit, wohlig erschauern. Und schauen wir tief hinab in den Abgru-, äh: die Preisträgerliste hinunter, so erkennen wir Präferenzstädter, dass Seneca seinerzeit richtig lag: „Res severa verum gaudium!” Es ist eine ernste Sache um die wahre Freude! Glückwunsch, Sparkassenfuchs Jörg Krieglstein!

Sie, lieber Ordensträger, sind für ein Jahr der Elefant im Raum!

Heidi Eckenkieker

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 11 (2025)

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