
„Spinnrad, Tracht und Tradition“ heißt die neue Ausstellung auf der Veste Wachsenburg. Jetzt wird recht herzlich zur Ausstellungseröffnung am 21. Februar um 15:00 Uhr eingeladen.
Es geht weiter mit der langen Tradition der Trachten auf der Veste Wachsenburg. Der große Raum des Burgkellers im Neuen Bau zeigt jetzt eine Ausstellung, die sich aber nur zu einem Teil mit dem Kleid der Heimat beschäftigt. Sie heißt „Spinnrad, Tracht und Tradition“ und führt darin ein, wie die Menschen heute ihre Heimat leben. Dabei werden neben historischen Trachten natürlich Neuanfertigungen gezeigt, gleichzeitig wird die lebendige Thüringer Trachtenwelt präsentiert. So werden Personen gewürdigt, die in den letzten Jahrzehnten die Entwicklung des Thüringer Trachtenwesens wesentlich mitprägten. So wird zum Beispiel an das Finsterbergener Trachtenoriginal Egon König erinnert, der erst kürzlich im 102. Lebensjahr seinen Weg beendet hat. Er konnte ganz genau den Werdegang seiner 1895 gegründeten Trachtengruppe Finsterbergen schildern. Deren Gründer war der Lehrer Gustav Hartung, der Mitglied der Vereine der Wachsenburg war und enger Jugendfreund des Wachsenburgmalers Eduard Fiedler. Auch an die Thüringer Trachtenfrau Rosi Möller aus Tabarz wird erinnert, die u.a. in ihrem Heimatort die Tabarzer Schurztracht ganz neu belebte.
Einen Schwerpunkt der Exponate stellt das Thema Spinnen dar. Dabei muss aber gesagt werden, dass die Trachten einst und auch jetzt nicht gerade aus den selbstgesponnen Fäden hergestellt wurden. Es werden verschiedene Spinnräder aus Thüringen gezeigt, die berühmten niedersächsischen Hochzeitsspinnräder sind als Exponate vorhanden, auch Modelle aus dem Schwarzwald. Der Blick geht über Thüringen hinaus.
Einige Thüringer Trachtengruppen brachten Leihgaben für die Ausstellung. Sogar aus dem Altenburger Land gibt es Stücke. Diese haben auf der Veste Wachsenburg fast schon ein Heimspiel, denn Herzog Ernst der Fromme, der im 17. Jahrhundert die Burg wieder aufbauen ließ, war ab 1676 Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg.
Wissen Sie, was ein Paradiesgarten ist? Auch so einen finden Sie in der Ausstellung, er stammt aus Ingersleben. Schauen Sie doch einfach mal rein, am besten gleich zur Eröffnung!
Gerne begrüßen wir Sie zu Gruppenführungen oder zu Führungen mit Schulklassen auf Anmeldung.
Mail: Gleichenspiegel@gmx.de
Telefon: 0174/7410645
Ausstellungseröffnung am 21. Februar um 15:00 Uhr
Parken: Parkplatz an der Auffahrt
Hinweis: Der Burgeintritt beträgt 5,00 EURO.
Hintergrund
1896 gründete sich das Wachsenburg-Komitee. Die Burg sollte zu einem Museum der Deutschen Einigungskriege werden, deshalb erfolgten öffentliche Aufrufe an die Bevölkerung. Es wurden Spenden für die geplante Sammlung gesucht. Von August 1897 bis Januar 1898 trafen ca. 480 Stücke ein. Dabei hatten die Spender den Begriff „vaterländischer Altertümer“ doch ziemlich weitläufig verstanden, denn auch bäuerlicher Hausrat und Trachtenteile aus der Region, ja sogar aus München, Berlin und Essen wurden abgegeben. Diese wurde zu einer Trachtenausstellung zusammengefasst, die lange Jahre in den Räumen unterm Rittersaal ihren Platz hatte. Egal wie es eingeschätzt wird, unbedeutend waren die Trachtenbestände auf der Wachsenburg nicht. Immerhin reichten sie dazu aus, um für das Standardwerk der Thüringer Trachtenforschung, unbestritten bis heute „Die Thüringer Trachten“ von Luise Gerbing aus dem Jahre 1926, eine Menge Fotomotive zu liefern, die sogar farbig als Postkarten in alle Welt gingen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Militaria aus dem Museum entfernt. Der volks- und trachtenkundliche Bestand erfreute sich großer Beliebtheit und prägte die Erinnerung einer ganzen Generation an das Museum der Wachsenburg ohne Militaria. Mit dem Umbau zum Hotel verschwand die alte Ausstellung von der Veste.
2003 war es so, dass das 4. Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfest in Ingersleben und rund um die Drei Gleichen stattfand und es Absicht war, die Drei Gleichen mit einzubeziehen. Ostern 2003 wurde deshalb auf der Veste Wachsenburg die Sonderausstellung „Wachsenburger Trachtensammlung“ eröffnet, ein Programmpunkt des Festes.
Die Verbindung der Veste Wachsenburg zum Thüringer Trachtenwesen ist bis heute nicht abgerissen. So besuchte im März 2024 eine Gruppe der Thüringer Trachtenjugend die Burg. Dabei entstand die Idee, mit dieser neuen Ausstellung und ganz neuen Exponaten die Trachten- und Traditionsgeschichte der Wachsenburg fortzusetzen.
Diese soll nicht statisch sein: Anregungen und Leihgaben zu „Spinnrad, Tracht & Tradition“ sind ausdrücklich gewünscht und herzlich willkommen!






















