Naturschutz- und Renaturierungsprojekte sind von immenser Bedeutung für unser Leben. Die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch die Landwirtschaft beispielsweise profitieren davon. Die Macher eines Projektes im Nessetal gehen dabei neue Wege.
Die Nesse, einst verschmutzt, unbegehbar und eine Plage für den Geruchssinn, ist als Fließgewässer inzwischen in einem annehmbaren Zustand. Damit dies auch in Zukunft so bleibt und vergangene Maßnahmen nicht umsonst waren, arbeitet die Deutsche Umwelthilfe am Projekt „Auenland“. Durch Uferanrisse, ein besseres Verständnis des Wasseraustauschs in der Nesse und strengere Richtlinien sollen Flora und Fauna im und rund um den Fluss wieder in aller Vielfalt entstehen.
Um das Projekt und seinen Nutzen einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln, wurde ein Kunstprojekt ins Leben gerufen. Unter der Aufsicht von Katharina Meier haben Monica Leichtfuss und Cosmo Schüppel ein solches auf die Beine gestellt.
Zehn Künstlerinnen und Künstler haben sechs Wochen lang in einer „Residenz“ rund um die Flächen der Hofkäserei Haina gearbeitet. „Es ging auch darum, sich auf einer sensiblen Ebene mit dem Fluss und dem Lebensraum auseinanderzusetzen“, so Cosmo Schüppel als künstlerischer Leiter. Als Mitte August die ersten Zwischenergebnisse vorgestellt wurden, erhielten Besucher einen spannenden Einblick in eine Bandbreite von Werken.
Vom temporär geschaffenen Wanderweg über die Entwicklung einer Forschungsstation bis hin zu Fotografien und Performances war alles dabei. „Ausgewählt wurden die Künstler nach ihren vorgeschlagenen Perspektiven und den Herangehensweisen an das Projekt“, erläuterte Cosmo Schüppel den Ausschreibungsprozess.
Das Kunstprojekt „AUENLand – What now?“ wird Teil einer Publikation der Deutschen Umwelthilfe, die im Jahr 2027 erscheinen soll. Die Nesse als kleines Fließgewässer sei ein Paradebeispiel für viele andere Flüsse in Deutschland. „Es ist super, dass von der Hofkäserei aus Flächen für die Renaturierung zur Verfügung gestellt werden“, so Cosmo Schüppel. Nicht alle landwirtschaftlichen Betriebe würden dieses „Opfer“ auf sich nehmen.
Anstoß soll der Arbeitstitel für zukünftige und gegenwärtige Projekte geben. Als Projektkoordinatorin hat Monica Leichtfuss eine klare Ansicht dazu: „Unser Projekt ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir hängen in Deutschland mit der Renaturierung sehr weit zurück. Der Schutz unserer Böden und Gewässer muss noch stärker vorangetrieben werden.“ Doch Grund zum Aufgeben sei das nicht: „Es ist wichtig, immer weiterzumachen, egal wie klein der Beitrag ist“, so Leichtfuss.
Finanziert wird das Projekt „Auenland“ der Deutschen Umwelthilfe von der Thüringer Aufbaubank.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 8 (2026)






















