Und plötzlich ging alles ganz schnell: Die Margarethenstraße in Gotha – unweit des Neumarktes – wurde nach einer Bauzeit von 25 Monaten wieder freigegeben.
Seit Anfang Mai 2024 wurde der 400 Meter lange Straßenzug grundhaft erneuert. Die zwei Jahre vergingen so schnell, dass selbst Oberbürgermeister Knut Kreuch überrascht war: eine beachtliche Leistung. „Im Durchschnitt dauert eine Sanierung in diesem Umfang in Deutschland sechs bis acht Jahre. An der Margarethenstraße wurde beinahe in chinesischer Geschwindigkeit gebaut“, so Kreuch.
Die Baumaßnahmen umfassten zwei Abschnitte. Dazu zählte einerseits die historische Margarethenstraße, die von der Gerbergasse bis zum Arnoldiplatz führt. Zusätzlich wurde die sogenannte „Planstraße“ zwischen Gartenstraße und Gerbergasse erstmals als dauerhafte Verbindung hergestellt.
Mit dem neuen, 90 Meter langen Teilstück erstreckt sich die „neue“ Margarethenstraße nun insgesamt über 400 Meter. Prägend sind die Pflasterfassungen des Verkehrswegs, die anhand historisch überlieferter Aufzeichnungen wiederhergestellt wurden. Die Verlegung des Natursteinpflasters sorgt für ein langlebiges Fahrvergnügen. Denn theoretisch kann die Straße bis zu 80 Jahre halten. Erst danach könnten Materialermüdungen auftreten. Aber: „Um eine genaue Haltbarkeit der Straße zu bestimmen, müsste man schon Prophet sein“, scherzte Michael Kraus, Projektleiter bei der Stadtverwaltung Gotha im Stadtbauamt. Immerhin würden zu viele äußere Faktoren die Lebensdauer des Materials beeinflussen.
Die Bilanz der eingesetzten Materialien ist beeindruckend: „700 Quadratmeter altes Basaltpflaster, 860 Quadratmeter neues Basaltpflaster und 1.000 Quadratmeter Mosaikpflaster aus Granit wurden verlegt. Insgesamt haben wir also 3.000 Quadratmeter neues Pflaster verlegt“, verkündete Knut Kreuch bei der Freigabe der Margarethenstraße.
Das gab es natürlich nicht umsonst. Knapp 2,3 Millionen Euro flossen in die Planungs- und Baukosten der Sanierung. Finanzielle Unterstützung konnte sich die Stadtverwaltung aus zwei Bund-Länder-Programmen sichern.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 7 (2026)




















