Gothas „Zentraler Omnibusbahnhof“ abgerissen

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Nur wenig älter als 30 Jahre wurde er. 1989 zum Republikgeburtstag am 7. Oktober offiziell eröffnet, war der 25. Mai 2020 sein letzter Tag. Da begann der Abriss des „Zentralen Omnibusbahnhofs“ – den meisten Gothaern vermutlich ausschließlich unter dem dreibuchstabigen Akronym ZOB bekannt.

Baustelle des ZOB, Mai 1989. Foto von Ernst Oschmann/Archiv Jens Geutebrück

Seine eigentliche Funktion verlor der ZOB schon Ende November vorigen Jahres. Ab da begannen oder endeten immer mehr Regionallinien und Stadtbusse entweder in der dichter am Stadtzentrum liegenden und 2015 grundhaft erneuerten Huttenstraße oder am Verkehrsterminal am Hauptbahnhof. Seit März war der ZOB ganz aus den Fahrplänen verschwunden.

Jetzt nun der Abriss: „Wir brauchen höchstens eine Woche.“ Maik Ludwig ließ am Montag keinen Zweifel über das schnelle Ende der überdachenden Stahlkonstruktion. Anschließend würden dann die Bussteige zurückgebaut werden, sagte er. Ihm gehört die Tief- und Landschaftsbaufirma, die den Auftrag zum Abriss bekam und ihren Sitz in Emleben hat.

Für den Abriss war bereits vom Stadtrat Geld bewilligt worden, eine fünfstellige Summe, wie Gothas Tiefbauamtsleiter Denis Steger erklärte. Über die Finanzierung des zweiten Bauabschnitts müsse der Stadtrat im Juni hingegen noch einen Beschluss fassen.

Zu den bereits im November ausgewiesenen 46 Parkplätzen kommen 180 weitere. Davon sollen „zwei oder drei“ für Behinderte reserviert werden. Da wollte sich Steger nicht so genau festlegen. Zudem sei mit den Stadtwerken abgesprochen, dass es Ladestationen für Elektroautos geben werde.

Alle Parkplätze werden kostenlos angeboten – allerdings mit einer Zeitbeschränkung. Derzeit sind es 4 Stunden.

Wegen der Umgestaltung habe die Stadt auch für einen grünen Ausgleich zu sorgen. Man werde deshalb im Herbst „einen kleinen Wald“ anlegen. Diese grüne Oase soll dann auf der gegenüberliegenden Seite des Mühlgrabenwegs, am Mohrenberg, entstehen.

Pläne für das Mohren-Quartier

Das erlaubt der Stadt, an den schon seit 1999 entwickelten Konzepten zur Umgestaltung des Mohren-Quartiers festzuhalten.

Das ist seit 1999 Bestandteil des Sanierungsgebietes „Altstadt Gotha“. Geprägt war und ist das Gebiet durch eine hohe Verkehrsbelastung, einer größeren Anzahl leerstehender Gebäude, an Brachflächen und Provisorien.

2006 hatte die Stadt Gotha dieses Gebiet als Projekt für Thüringer „Genial Zentral“-Vorhaben beim Land angemeldet – zur Entwicklung und Nachnutzung von Brachflächen.

Durch den Stadtrat wurde dann 2009 ein neuer Teilrahmenplan beschlossen. Abweichend vom sonst klassischen Sanierungsziel, dem Erhalt von Bausubstanz und städtebaulichen Strukturen, wurde ein neues Ziel festgeschrieben: die intensive Begrünung von Brachflächen (siehe Grafik).

Um das umzusetzen, sollten 36 private Grundstücke angekauft werden. 13 seien bisher erworben. 26 Gebäude wären „über einen längeren Zeitraum“ abzureißen, davon seien laut aktueller Info auf der Homepage der Stadt bereits neun abgebrochen.

Um das Gebiet bis zur völligen Umgestaltung aufzuwerten, hat das Gartenamt der Stadt Gotha bereits mit Sitzgelegenheiten, Skulpturen, neuen Wegeführungen und Bepflanzungen Freiflächen neu gestaltet (1).

 

Quelle:
1 – https://www.gotha.de/leben-in-gotha/planen-bauen-wohnen/staedtebauliche-projekte/mohrenquartier.html, (abgerufen, 25. Mai 2020)

 


 

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