
Am vergangenen Montag besuchten die Europaabgeordnete Marion Walsmann und die Landtagsabgeordnete Claudia Heber (beide CDU) die Unternehmen Straub KG und „strawa Wärmetechnik GmbH“, welche beide zur Gothaer Straub-Gruppe gehören. Der Grund des Besuches: Während anderswo bestenfalls moderates Wachstum, Stagnation und auch Rückgang das Bild prägen, expandiert die Straub-Gruppe seit Jahren erfolgreich.
von Peter Riecke
Hergestellt und vertrieben werden moderne Edelstahlverteiler für Heiz- und Kühlsysteme, Frischwasser-stationen und „Ego“ genannte selbstlernende Regelantriebe zum permanenten hydraulischen Abgleich für Flächenheizungen, die auch nachgerüstet noch Energie-einsparungen bringen. Das alles im Sinne von Qualität, Langlebigkeit und mehr Komfort und Nachhaltigkeit.
Die Straub-KG stellt die Heizkreis-Verteiler mit einem innovativen
Verfahren, der sogenannten Innendruck-Umformtechnik, her. Eine Polymermasse wird in die Rohre gepresst und bringt sie dadurch in die erforderliche Form. In den so geformten Verteiler-Balken werden Thermostatventile aus Edelstahl sowie Regulux genannte Durchflussmengenmesser montiert. Die fertigen Verteiler können für Heizung und Kühlung in Flächensystem eigesetzt werden.
Bei den Edelstahlverteilern ist die Straub-Gruppe Weltmarktführer. Heute werden die Produkte in Gotha von Straub-Mitarbeitern entwickelt und produziert. Auch die hier für notwendigen Maschinen hat Straub selbst konstruiert und hergestellt.
Die hohe Fertigungstiefe in der Entwicklung und in der Produktion trägt wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Philipp und Thomas Straub aus der Eigentümerfamilie lobten im Verlauf des Besuches der Europa-abgeordneten den Standort Gotha. Das Angebot an qualifizierten Fachkräften wie auch die Logistik seien hier gut.
Ein Renner beim Verkauf sind die Frischwasserstationen, die Trink-wasser erst erwärmen, wenn es warm gebraucht wird, und dadurch die Hygiene verbessern und Energie sparen. Strawa komplettiert und verkauft die Produkte vorwiegend im deutschsprachigen Raum und vermittelt Wissen zu ihrer Anwendung an Planer und Installa-teure. Die Straub KG verkauft weltweit an Firmen, die die Produkte unter ihrem Label vermarkten, OEMs genannt.
2025 baute Straub am Standort in der Gothaer Dr.-Troch-Straße eine neue Halle, die einschließlich der Büroräume und eines Werkzeugbaus 3600 Quadratmeter überspannt. Sie ist inzwischen in Betrieb und versorgt sich zeitweilig selbst mit Strom. Die Halle ist wie die anderen Gebäude auch mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Langfristig ist vorgesehen, Batteriespeicher einzusetzen, um den Stromzukauf abends und nachts zu reduzieren.
Gegenüber entsteht zurzeit der „strawa-Campus“ mit Büro- und Lagerräumen. Er soll auch für Aus- und Fortbildungen und Veranstal-tungen genutzt werden. Beide Firmen suchen nach wie vor qualifiziertes Personal in der Produktion, Logistik und Verwaltung. Allerdings gebe es aktuell wieder mehr Bewerbungen als in den Jahren zuvor, berichtet Thomas Straub. Die Unternehmen bildet aktuell 15 Personen aus, Lehrlinge und duale Studenten. Straub hat gut 300, die „strawa Wärmetechnik GmbH“ mit Sitz im nahen Schwabhausen 90 Mitarbeiter.
Wie es gelingt, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dennoch zu expandieren und damit auch Zeichen der Hoffnung zu setzen, das war ein wichtiges Thema im Verlauf des Besuches. Marion Walsmann gehört dem Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments an. Sie war sowohl 2019 als auch 2024 als Spitzenkandidatin der CDU Thüringen bei der Europa-wahl erfolgreich.
Dieser Beitrag erschien im „Oscar am Freitag“-Magazin, Ausgabe 8 (2026)




















