MDR-Meinungsbarometer: Arbeit der Treuhand wirkt bis heute nach

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Die Arbeit der Treuhandanstalt in den 90er Jahren in Ostdeutschland wird nach wie vor sehr kritisch gesehen. Das hat eine große Befragung des Mitteldeutschen Rundfunks anlässlich der MDR-Dokumentation „Der große Preis – Die Treuhand und der Osten“ (1. März ab 20:15 Uhr im MDR Fernsehen) ergeben.

Demnach bewertet nur jeder zehnte Befragte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Arbeit der Anstalt als erfolgreich. In diesem Zusammenhang wird auch von rund zwei Dritteln der Teilnehmer am MDR-Meinungsbarometer die Notwendigkeit der großen Privatisierungswelle von ostdeutschen Unternehmen nach der Wiedervereinigung infrage gestellt.

Die Treuhandanstalt ist Anfang der 90er Jahre vor allem mit der Aufgabe gegründet worden, die bis dahin volkseigenen DDR-Betriebe zu privatisieren. Infolgedessen wurden zahlreiche große ostdeutsche Unternehmen geschlossen und es verloren Hunderttausende ihre Arbeitsstelle. Noch heute erkennen viele darin den Grund für die noch immer vorherrschenden wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Ost und West. Mehr als 80 Prozent der Befragten meinen, dass sich mithilfe der Treuhand die westdeutschen Bundesländer auf Kosten des Ostens bereichern konnten. Und fast jeder Dritte glaubt, dass sich die Wirtschaftskraft nicht mehr angleichen wird.

An der MDR-Befragung haben sich mehr als 10.000 Bewohner aus den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligt. Sie wurde mit dem neuen MDR-Meinungsbarometer „mdrFRAGT“ in der Zeit vom 20. bis 23. Februar durchgeführt. Bei der nicht repräsentativen Online-Befragung können sich seit Dezember die Einwohner aus den drei Ländern anmelden und zu aktuellen Themen ihre Meinung äußern. Bislang haben sich mehr als 15.000 Nutzer registriert.

Ausführlichere Informationen erhalten Sie im Internet auf mdrAKTUELL.de und in der mdrAKTUELL-APP.

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