Mehr Platz für Indira: Neues Tigergehege im Tierpark Gotha

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Tigerin Indira in ihrer neuen Anlage (Foto: J. Dresel)

Mitte Dezember des vergangenen Jahres wurden im Tierpark Gotha gleich zwei Ereignisse gefeiert.

Seit Ende Mai lebt die Tiger-Seniorin Indira im Gothaer Tierpark. Nun wurde ihre neue Bleibe vorgestellt. Auf rund 800 Quadratmetern kann sich die Tigerdame austoben. „Das alte Bärengehege bot uns den optimalen Spielraum, um eine artgerechte Unterkunft für Indira zu schaffen“, erklärte Tierparkleiterin Angelika Wimmer. Dabei ist das Gehege in zwei Abschnitte unterteilt. Im ersten Bereich befinden sich das „Schlafzimmer“ und die „Veranda“ für Indira. Der zweite Abschnitt ist ein Außenbereich mit Badestelle, Sandflächen zum Herumwälzen und einer Kletteranlage. „Indira hat ihr neues Zuhause sehr gut angenommen und ist für ihr Alter immer noch sehr verspielt“, so Wimmer.

Doch nicht nur die Besichtigung der neuen Tigeranlage stand auf dem Plan. Das ehemalige Hirschgehege hat bereits Platz gemacht und soll in Zukunft zwei Bengaltiger beherbergen. Doch nicht irgendwelche Tiger: Es handelt sich um Indiras Tochter und Enkeltochter. Nach Abschluss der Baumaßnahmen sollen alle drei zusammenziehen. „Es wird im Warmhaus drei große Räume geben, da sich die Tiere wieder aneinander gewöhnen müssen“, erklärte die Tierparkleiterin.

Zum symbolischen Spatenstich trat Gothas Bürgermeister Ulf Zillmann an. „Seit einem Jahr liegt der Tierpark in meinem Verantwortungsbereich. Wir haben in dieser Zeit die höchsten Investitionen seit 25 Jahren getätigt. Der Tierpark wird innen und außen komplett erneuert“, bemerkte er stolz. Etwa 650.000 Euro wird der Umbau des ehemaligen Hirschgeheges kosten.

Verantwortlich für die Konzeption der neuen Tigeranlage war der Architekt Rüdiger Topf. Die Anlage wird das neu gebaute Warmhaus, sowie einen großzügigen Außenbereich umfassen.

Indira wurde gezähmt und war für Filmaufnahmen in Eschede untergebracht. Ihre Nachkommen wurden in Gefangenschaft geboren. „Unsere Areale für diese Tiere sind etwa vier- mal so groß als nach Mindeststandards gefordert“, betonte Angelika Wimmer. Der Tierpark Gotha biete seinen neuen Schützlingen zehnmal bessere Verhältnisse als zuvor in Eschede. Dies sei ein Ausdruck von Tierschutz, so die Leiterin. „Diese Tiere wurden von Menschen gezähmt und großgezogen. Auch nach ihren Einsätzen als Filmtiere haben wir eine Verantwortung, uns um sie zu kümmern“, erklärte Wimmer nachdrücklich. Mit ihrem atypischen Verhalten – insbesondere dem großen Zutrauen gegenüber Menschen – könnten sich die Tiere in der Wildnis nicht durchsetzen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 1 (2026)

 

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