Oscar Querbeet: Ein Bericht aus dem Fundament in Gotha

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Flyer zum Stück „Die kleine Hexe" (Quelle: art der stadt e.V.)

Das Generationenstück in der Weihnachtszeit ist bei uns schon lange eine gute Tradition. Früher nannte man es „Weihnachtsmärchen“. Im Fernsehen gab und gibt es verfilmte Märchen, die oft, aber nicht immer von den Brüdern Grimm stammen. Wer kennt nicht die tschechische Version vom staubigen „Aschenbrödel“, das dann zum guten Ende doch Königsschwiegertochter wird? Alle Jahre wieder darf diese Märchenverfilmung für feuchte Augen sorgen: „Wie schööööööön!“

Wenn wir ein Theaterstück für die Weihnachtszeit inszenieren, dann ist das auch für uns etwas Besonderes. Wir wünschen uns nämlich, dass Menschen jeden Alters daran Freude haben. Auch wenn der Inhalt ein Märchen ist oder eine andere Geschichte für Kinder, so wissen wir: In den meisten dieser Geschichten versteckt sich viel mehr. Märchen waren ursprünglich gar nicht für Kinder. Sie wurden zum Beispiel von den Frauen in den Spinnstuben erzählt – zur Erbauung genauso wie zur Belehrung.

In diesem Jahr bereiten wir „Die kleine Hexe“ nach dem Buch von Otfried Preußler vor. Achtzehn Menschen spielen mit, von Kindern über Jugendliche bis hin zu Erwachsenen. Regie führt Daniela Rockstuhl mit dramaturgischer Unterstützung von Christian Mark. Die Kostüme sind überwiegend eine Teamleistung, weil unsere hochbeliebte Kostümschneiderin, Franziska Schnauß, gerade nicht in Gotha ist. Was lernen wir daraus – wieder einmal? Gemeinsam geht’s besser!

Kennst du die Geschichte von der kleinen Hexe?

Nun, unsere kleine Hexe ist jung, neugierig – und will dazugehören. Sie träumt davon, beim legendären Hexentanz auf dem Blocksberg mitzutanzen, Seite an Seite mit den Großen. Dafür muss sie ein Jahr lang beweisen, dass sie eine „gute“ Hexe ist.

Doch genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Die bösen Hexen verstehen unter „gut“ nicht menschlich gut, sondern besonders geschickt darin zu sein, Schaden anzurichten. Die kleine Hexe hingegen versteht das ganz anders. Sie hilft armen Menschen, bestraft gemeine Zeitgenossen, rettet Tiere und zeigt Mitgefühl. Doch oh Schreck: Für den Hexenrat sind alle diese guten Tagen ein Verrat an der bösen alten Tradition. Die ollen Hexen wünschten sich stattdessen besonders üble Taten.

Wie das alles ausgeht, wird natürlich nicht verraten. Dafür musst du zu uns ins Fundament kommen. Am 29. November ist Premiere, danach gibt es noch eine ganze Reihe von Aufführungen. Die Termine stehen im Spielplan auf unserer Internetseite www.artderstadt.de.

Mit verhext guten Grüßen aus dem Fundament Bernd Seydel für den art der stadt e. V.

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 10 (2025)

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