Am Abend des 19. August kam es im Landkreis Gotha, mit Schwerpunkt auf den südlichen Bereich, ab etwa 22 Uhr zu mehreren wetterbedingten Schadensereignissen. Nach Angaben von Ohrdrufs Bürgermeister Stefan Schambach zog ein Tornado eine Schneise der Verwüstung durch den Ort.
In deren Folge waren vorrangig, aber nicht ausschließlich, in den Bereichen Stadt Tambach-Dietharz, Landgemeinde Georgenthal, Stadt Ohrdruf und Gemeinde Drei Gleichen Feuerwehren bis in die Morgenstunden im Einsatz. „385 Einsatzkräfte waren in der Nacht unterwegs“, merkte Kreisbrandmeister Daniel Marggraf auf einer Sonderpressekonferenz in Ohrdruf an. Zusammen mit städtischen und gemeindlichen Bauhöfen sowie dem Technischen Hilfswerk arbeiteten sie Gefahrenstellen ab.
Die Tätigkeiten hielten den gesamten vergangenen Tag an. „Es wird Wochen dauern, um alle Schäden in Ohrdruf zu beseitigen“, sagte Chris Maternowski, Leiter des städtischen Bauhofs.
In der ersten Schadensphase zu befürchtende Personenschäden stellten sich glücklicherweise als Konstellationen ohne schwere Verletzungen heraus. Aufgrund der Flächigkeit des Ereignisses und der Vielzahl der Schadensorte können Aussagen zur Schadenshöhe sicherlich nicht zeitnah getroffen werden. Trotzdem schätzt der Ohrdrufer Bürgermeister: „Allein hier ist wohl ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.“
Für den Landkreis ist festzustellen, dass es in den Grundschulen Wölfis, Ohrdruf und Tambach-Dietharz zu Schäden durch umgestürzte Bäume gekommen ist. „Es ist kaum zu fassen. Das Dach der Turnhalle in Gräfenhain wurde abgerissen und gut 100 Meter weit getragen“, so Stefan Schambach sichtlich betroffen.
Der Wertstoffhof Ohrdruf blieb jedenfalls am 20. August geschlossen, weil es hier zu Schäden an der Gebäudestruktur gekommen war und massive 36-Kubikmeter-Container durch die Einwirkungen des Sturmes verschoben worden waren.
In den Morgenstunden des gestrigen Tages kam es zu einem Schadensereignis in der Landgemeinde Georgenthal, bei dem eine Person ums Leben kam. „Ich kann bestätigen, dass es sich um einen Familienvater handelt. Der Mann war mit seiner Tochter auf dem Weg in den Kindergarten. Da wurde er von herabstürzenden Ästen niedergeschlagen. Er erlag dann den schweren Verletzungen“, betonte Gothas Landrat Onno Eckert und ergänzte: „Die Familie und Angehörigen des Verstorbenen haben unser volles Mitgefühl.“
Da die Einsatzmaßnahmen noch nicht abgeschlossen sind, wird außerdem folgende Warnung ausgesprochen: Versuchen Sie nicht, eigenhändig Bäume zu fällen oder Astbestände zu entfernen. Für diese Arbeiten wird schweres Gerät benötigt. Das Personal der Bauhöfe und die Freiwilligen Feuerwehren sind mit der Beseitigung beschäftigt.
Schon jetzt stellt Landrat Onno Eckert, der in der Nacht als Feuerwehrmann selbst im Einsatz war, fest: „Die Massivität dieses konkreten Wetterereignisses zeigt uns erneut, wie klein der Mensch gegenüber der Kraft der Natur ist. Ich danke allen Einsatzkräften und allen Helferinnen und Helfern, die in der Nacht und aktuell engagiert nicht nur an der Beseitigung der akuten Schäden beteiligt sind, sondern die in den letzten Stunden couragiert zur Hilfe eilten, als Mitmenschen Hilfe benötigten. Dass es auch diese Hilfsbereitschaft leider nicht immer vermag, das Schlimmste abzuwenden, ist tragisch.“






















