Lichtkunst-Projekt von Philipp Geist: die Predigerkirche als Kunstwerk

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Nun aber seid ihr Licht. Elisabeth
Außenillumination an der Ostfassade der Predigerkirche, Foto: Ulrike Unger/ Stadtverwaltung Eisenach

„Nun aber seid ihr Licht. Elisabeth“. So ist das Jubiläumsjahr 2021 in der Predigerkirche des Thüringer Museums Eisenach mit hochkarätigen Sonderausstellungen und Projekten überschrieben. Im Jahr 1221 heiratete der Thüringer Landgraf Ludwig IV. in der Eisenacher Georgenkirche die ungarische Königstochter Elisabeth. Die Predigerkirche, die einen ersten bedeutenden Rezeptionsort zur 1235 heiliggesprochenen Elisabeth darstellt, beherbergt heute eine der bedeutendsten Sammlungen sakraler Skulpturen in Thüringen. Zu diesem besonderen Jahreshöhepunkt thematisiert der Lichtkünstler Philipp Geist das Hochzeitsjubiläum der Elisabeth von Thüringen.

Der Einladung zum Jubiläum folgten auch drei Stadt-Vertreter*innen aus Marburg. Die Stadt ist wie das ungarische Sárospatak eng mit Elisabeth verbunden. Bürgermeister Dr. Uwe Möller nahm die kleine Delegation aus Marburg am Nachmittag des 30. Juli im Eisenacher Rathaus in Empfang. Im Anschluss begab sich die Gruppe auf eine Stadtführung zum Leben und Wirken der Heiligen Elisabeth.

Am Abend begrüßten die Oberbürgermeisterin Katja Wolf und der Künstler Philipp Geist die Gäste, darunter auch die Sponsor*innen, im Innenhof der Predigerkirche. Bei Häppchen und Getränken tauschten sie sich persönlich mit dem Künstler aus. „Dass bis hin zum Wetter heute alles passt und wir, nachdem wir lange verzichten mussten, uns jetzt alle hier treffen können, macht mich gerade sehr glücklich“, so die Rathauschefin. In ihrer Ansprache dankte sie Christina Arnold, Mitarbeiterin des Thüringer Museums für ihr außerordentliches Engagement, dieses Kunstprojekt zu realisieren. Dank sprach sie auch den Förder*innen aus. Durch finanzielle Notlagen entstünden manchmal Projekte von ganz besonderem Wert. Wolf betonte die Bedeutung der Heiligen für die Gegenwart: „Wenn es uns gelingt, den interkulturellen Geist hier in Eisenach zu leben, dann haben wir viel geschafft.“

Vor Beginn der Lichtkunst-Illumination moderierte das Wartburg-Radio ab 21.30 Uhr vor Ort und interviewte den Künstler zu seinem Projekt.

In seiner Projektion integriert Philipp Geist ausgewählte Bilder und Worte, die von Bürger*innen, Institutionen und den Partnerstädten Sárospatak und Marburg für das Projekt eingereicht wurden. Die Illumination erfolgt aus einer Wohnung vis-à-vis der Predigerkirche, die vom „advita Haus am Markt“ zur Verfügung gestellt wird.

Der Lichtkünstler verzichtet auf Leinwände und projiziert direkt auf die Fassade und den umliegenden Bereich der Predigerkirche. Wand, Bildausschnitte, Schrift, Farben und Musik verschmelzen atmosphärisch ineinander und erstrahlen in einem poetischen Gemälde, welches das Publikum zum Staunen, aber auch zum Nachdenken auffordert.

Am Samstag, 31. Juli, war das Lichtkunst-Projekt an der Predigerkirche noch einmal in der Zeit von 22 Uhr bis Mitternacht zu erleben. Die Sonderausstellung „Nun aber seid ihr Licht. Elisabeth“ von Philipp Geist im Inneren der Predigerkirche ist noch bis zum 28. August zu sehen.

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