Tempo-Tour im Landkreis: TMP-Jugendtour geht in die nächste Runde

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Markus Echtermeyer

Es ist eine der größten Rundfahrten für den Radsportnachwuchs in Deutschland. 330 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren starten zur bereits 26. Auflage der TMP-Jugendtour vom 15. bis 17. Mai 2026. Nicht zu unterschätzen: Der Ursprung dieser Tour liegt im Landkreis Gotha.

Seit 1999 richtet der RSC Waltershausen-Gotha e. V. das mehrtägige Rennen aus. Cheforganisator war bis 2025 der ehemalige Radrennsportler Michael Beckert. Seine Kenntnisse und das dicke Kontaktbuch trugen auch zum internationalen Erfolg der Tour bei: „Von Beginn an waren die Radsport-Landesverbände mit Teilnehmern vertreten. Wir haben nie aktiv im Ausland für unseren Wettbewerb geworben. Die Anfragen kamen immer von den jeweiligen Nationalverbänden“, meinte Markus Echtermeyer, RSC-Vereinsmitglied und seit 2025 Organisationschef (im kleinen Bild zu sehen).

Er folgte auf Michael Beckert und wurde im vergangenen Jahr vor Beginn der ersten Etappe in seinem neuen Amt vorgestellt. Als der rüstige Radsportler Beckert seinen Rückzug ankündigte, wurde Echtermeyer erstmals angefragt. „Das war vor drei Jahren“, erinnerte er sich. Die Entscheidung fiel nicht schwer: „Der Aufwand kann schon größer werden. Aber: Ich wollte nicht, dass die Tour in der Versenkung verschwindet. Ich stellte mich der Herausforderung und habe immer noch Spaß am Organisieren“, so der Diplomingenieur, der einst selbst an der TMP-Jugendtour teilnahm. Den ersten Lohn für seine Arbeit konnte Echtermeyer jedenfalls schon ernten.

Denn Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch schien von der Jubiläumstour „Kleine Friedensfahrt“ rund um das Schloss 2025 so begeistert gewesen zu sein, dass er diese auch im laufenden Jahr unterstützt. „Wir hätten unsere Prolog-Fahrt auch in Gotha-West wieder aufgenommen. Als wir im September des vergangenen Jahres gemeinsam mit der Stadtverwaltung den Wettbewerb auswerteten, war schnell klar: Die TMP-Jugendtour bleibt in der Innenstadt“, so Echtermeyer. Aus eigener Kraft wäre es für das zwölfköpfige Orga-Team des RSC nicht möglich gewesen, die Absicherungsmaßnahmen zu stemmen. Für die Helfer mache das vieles leichter, bemerkte der Diplomingenieur dankbar.

Als 2024 die Anfrage des Oberbürgermeisters an den Verein ging, den ersten der drei Wettkampftage im Rahmen des Stadtjubiläums „1250 Jahre Gotha“ neu zu gestalten, muss­te natürlich ein neues Konzept erarbeitet werden. Es brauchte, so Echtermeyer, eine passende Streckenführung und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. „Die Planungen in diesem Jahr fielen leichter, da wir auf Bestehendes zurückgreifen konnten und alle Zahnräder ineinandergriffen“, meinte der Cheforganisator zufrieden.

An den Start gehen in diesem Jahr circa 330 Nachwuchssportler. 180 seien für die Kategorie „U17 männlich“ gemeldet, 120 gehen in der Altersklasse „U15 männlich“ an den Start. Die übrigen Teilnehmerplätze werden von den Fahrerinnen der Kategorie „U17“ (Alternativ: hier im Bild zu sehen) ausgefüllt. Neben den nationalen Verbänden seien bereits Sportler aus der Schweiz und Türkei sowie aus Italien und Frankreich gemeldet. „Die TMP-Jugendtour ist so beliebt, da wir eben kein Eintagesrennen sind“, offenbarte Echtermeyer. Damit hebe sich der Wettbewerb des RSC Waltershausen-Gotha hervor. In Deutschland und auf der internationalen Radsportbühne gebe es kaum vergleichbare Nachwuchsrennen. Echtermeyer verriet: „Es ist etwas ganz Anderes, sich über drei Tage beweisen zu müssen, als nur an einem einzigen Tag.“ Viele große Namen aus der Radsportwelt sind die TMP-Jugendtour gefahren – unter anderem Marcel Kittel, Jonas Rutsch und Ricarda Bauernfeind.

Dank treuer Sponsoren und knapp 80 ehrenamtlicher Helfer kann die Qualität auch nach 26 Jahren hoch gehalten werden. Zu Beginn der Planungen für das diesjährige Rennen hatte der Cheforganisator noch Bedenken, ob die Sponsoren erhalten bleiben. „Wir kennen ja die wirtschaftliche
Lage“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der EHP Blechbearbeitungsmaschinen GmbH.

Doch nicht nur die Sportler und ihre Teams werden gut versorgt. Auch die Verpflegung und Sicherung der Helfer ist gewährleistet.

Voller Begeisterung erklärte Echtermeyer: „Es gibt eine ärztliche Versorgung, bei Problemen haben die Freiwilligen einen Ansprechpartner, und die Streckenpunkte, die mit Ehrenamtlichen besetzt sind, verfügen über kleine Pavillons.“
Am 15. Mai fahren die 330 Nachwuchs-Rennradsportler ausgehend vom Rosengarten um die Stadtbibliothek zum Schloss und über das „Hotel am Schlosspark“ zurück zum Rosengarten vor das Herzogliche Museum. Gewertet werden die schnellste Zeit auf der Rundstrecke, der schnellste Sprint, die schnellste Bergfahrt, der beste Nachwuchssportler und der beste Thüringer Fahrer. Letzterer erhält in diesem Jahr ein neues Wertungstrikot. „Zusammen mit den Gothaer Stadtwerken Energie haben wir ein grünes Trikot entworfen, passend zum Slogan des Freistaats ‚Das Grüne Herz Deutschlands’“, sagte Echtermeyer erfreut. Auch die übrigen Wertungstrikots erhalten eine Auffrischung. Auf Wunsch des Hauptsponsors TMP und dessen Beiratsvorsitzenden Bernhard Helbing prangt ab diesem Jahr das Logo des Grünen Herzens auf den Ärmeln.

Am 16. und 17. Mai zieht der Tross aus Sportlern, Trainern, Ärzten, Verwandten sowie den Helfern und dem Orga-Team des RSC nach Weingarten. Dort werden das Zeitfahren und ein anspruchsvoller Rundstreckenkurs ausgetragen. Auf die Frage, was sich Markus Echtermeyer als Chef­organisator wünschen würde, blieb er realistisch: „Natürlich möchte ich das Rennen größer denken. Dabei geht es mir jedoch nicht um die Teilnehmerzahl, sondern in erster Linie um die Zuschauer.“ Er wünsche sich, dass noch mehr Fans an der Rennstrecke stünden. Als ehemaligen Teilnehmer der TMP-Jugendtour würde ihn das freuen. „Es ist immer schöner, als Sportler an einem begeisterten Publikum vorbeizurauschen, als an leeren Gehwegen“, so der Diplomingenieur. Das schaffe dann auch eine ganz andere Atmosphäre.

Ein paar Tipps gibt der Cheforganisator den Teilnehmern noch mit: Technisch anspruchsvoll sei in Gotha besonders die Überquerung der Straßenbahngleise. Die Kurse um Weingarten zeichnen sich durch leichte, aber lang anhaltende Anstiege aus.

Für die Rennen Mitte Mai erhofft sich Markus Echtermeyer gutes Wetter und eine unfallfreie Fahrt. „Oscar am Freitag” wünscht allen Athleten einen Zieleinlauf ohne Acht und Kettenriss.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 4 (2026)

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