…was bei einem Wespennest am Haus zu tun ist

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Wespennest – Foto: Claudia Wild

Landkreis (red/NABU, 14. August). Wegen des kühlen und verregneten Frühlings wird es in diesem Jahr wohl weniger Wespennester als in den Jahren zuvor geben. Vielerorts sind die Wespenvölker sogar bedeutend kleiner als sonst.

Dennoch bekommt der NABU Thüringen Anfragen zum richtigen Umgang mit Wespennestern am Haus und im Garten.

Rainer Hanke, Vorstandsmitglied des NABUThüringen, der ehrenamtlicher Fachberater für Hornissenschutz ist, weiß: „Meist entdeckt man die Wespennester erst im August. Doch wer jetzt erst ein Nest bemerkt, lebt schon eine ganze Weile mit den Tieren zusammen ohne sie überhaupt bemerkt zu haben. Bei Wespen- oder Hornissennestern am Haus und im Garten sollte vor allem nicht überreagiert und zu drastischen Maßnahmen gegriffen werden.“

Der NABU-Wespenexperte rät: „Wespen leisten für die Landwirtschaft und unsere Gärten einen großen Dienst, indem sie Mücken, Läusen und Co. vertilgen und das Gleichgewicht in der Natur zu bewahren helfen.“

Wespenvölker existieren nur wenige Monate und sterben im Herbst ab. Im Spätsommer schlüpfen die neuen Königinnen, die sich nach dem Hochzeitsflug Reserven für den Winter anfressen, um dann an frostfreien Orten wie Mauerritzen, Holzstapeln oder Dachböden zu überwintern. Im Frühjahr erwachen nur die Königinnen wieder und beginnen an einer geeigneten Stelle den Bau eines neuen Nestes. Alte Nester vom Vorjahr werden in der Regel nicht wieder besiedelt.

Tipps des NABU-Experten:

  • Den Nestbereich nicht erschüttern und sich in seiner Nähe nur langsam zu bewegen, um die Tiere nicht zu reizen.
  • Das Einflugloch darf nicht verstellt oder angepustet werden.
  • Einen Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern zu Nestern einhalten.
  • Sind Kleinkinder auf dem Grundstück, ist eine Absperrung zum Beispiel mit Absperrband  empfehlenswert.
  • Da Wespen im nächsten Jahr ein neues Nest bauen, verlassenen Nester nicht zerstören – sie bieten anderen Insekten ein Winterquartier.

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