Was uns Kunstschnee kostet…

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Berlin/Gotha (red/Statista, 5. Januar). Österreich, Frankreich und Italien liegen hinsichtlich der durchschnittlichen Anzahl an Skitourist:innen pro Jahr in den vergangenen fünf Jahren weltweit auf den Plätzen zwei, drei und fünf. Der Ansturm auf die zahlreichen Skigebiete in den Alpen – zusammengenommen über 1.600 mit mehr als 11.000 Liften – kann allerdings schon lange nicht mehr mit natürlichem Schnee bedient werden. Wie die Statista-Grafik zeigt, sind die Mehrheit der Abfahrten in der Schweiz, Österreich und Italien mit Kunstschneekanonen ausgestattet.

So konnten zum Ende der Saison 2022 laut Angaben der jeweiligen Seilbahnbetreiber:innen alleine in Italien 90 % aller Pisten, von den sieben großen Resorts wie Dolomiti Superski bis hin zu kleineren Skigebieten, beschneit werden. Auch Österreich verlässt sich zu großen Teilen auf Schneekanonen, 70 % der Abfahrten können auf diese Art der Schneeerzeugung zurückgreifen. In Deutschland hingegen wird noch zu großen Teilen auf natürlichen Schnee gesetzt, obwohl das Land die mit Abstand höchste Anzahl an Skigebieten im alpinen Raum aufweist. Belastbare, aktuelle Daten zu Slowenien liegen auf Landesebene nicht vor, einzelne Skigebiete im Land können allerdings nahezu komplett künstlich beschneit werden.

Der Skitourismus ist für viele Länder und die Sportartikelindustrie eine wichtige Einnahmequelle. Laut Statista-Analysen lag der geschätzte Umsatz mit Wintersportausrüstung 2022 weltweit bei rund 12,6 Milliarden US-Dollar. Durch die zunehmende Nutzung von Schneekanonen aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels rückt der Umweltaspekt des Wintersports allerdings noch stärker ins Licht als noch vor einigen Jahren.

So werden laut eines CIPRA-Dossiers zum Thema Kunstschnee für die Herstellung von etwa 2,5 Kubikmeter Kunstschnee knapp 1.000 Liter Wasser verbraucht, für einen Hektar Piste werden also rund eine Million Liter Wasser fällig. Umweltschützer:innen kritisieren unter anderem die daraus resultierende Notwendigkeit, teilweise Flüsse und Seen anzuzapfen, um die künstliche Beschneiung zu ermöglichen, sowie die zunehmende Geländeerosion und Eingriffe in die Biodiversität des Alpenraums durch den Bau von Sammelbecken.

 

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