Ein Termin der Agentur für Arbeit in Waltershausen – ein Morgen mit zwei Gesichtern: Die Januar-Statistik zeigt mehr Arbeitslose als im Vormonat, aber ein Unternehmen stellt sich mit internen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen dagegen.
Jeden Monat stellt die Agentur für Arbeit Thüringen Mitte den Arbeitsmarktreport vor. In bester Gesellschaft bei MAXX Solar und Energie in Waltershausen präsentierte Irena Michel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Thüringen Mitte, die Zahlen für den Januar.
„Im Vergleich zum Dezember 2025 haben wir 1.400 Arbeitslose mehr“, so Irena Michel. Das sei mit Blick auf die offenen Stellen und die kommenden Austritte der Rentner zu viel. „Allein im Januar haben 1.300 Personen wieder eine Arbeit aufgenommen, während 2.800 in die Arbeitslosigkeit gefallen sind“, erklärte Michel. Für Gotha ergibt sich ein ähnliches Bild. Rund 5.000 Arbeitslose sind derzeit gemeldet, knapp 300 mehr als im Dezember 2025. Auf der anderen Seite liegen der Agentur für Arbeit nur 839 bekannte offene Arbeitsstellen vor.
Die Gründe dafür liegen weit gestreut. Zum einen haben viele junge Menschen eine Ausbildung abgeschlossen und befinden sich in der Übergangsphase. Andererseits sind saisonbedingt viele Menschen ohne Job.
„Seit Kurzem beobachten wir, dass viele durch die voranschreitende Digitalisierung und den Einsatz von KI ihren Job verlieren“, ergänzte Michel. Bestimmte Berufszweige würden aufhören zu existieren, andere erforderten mehr Expertise, und eine neue Qualifizierung sei nicht immer möglich.
Eine Vorbildfunktion im Bereich Weiterbildung und Qualifizierung habe MAXX Solar. Das Unternehmen aus Waltershausen lege großen Wert auf die ständige Weiterentwicklung. „Wir haben Konzepte für junge Arbeitskräfte, aber auch verdiente und erfahrene Hasen“, beschrieb Dieter Ortmann, Geschäftsführer. Die „Edelrentner“ erhalten die Möglichkeit, auf einer letzten Station ihres Berufslebens noch einmal etwas Neues zu lernen. Von deren Erfahrungen können junge Menschen lernen. „Wir erhalten die Expertise im Unternehmen und sichern unsere Leistung ab“, befand Ortmann. Um den Betrieb und die Ausbildung attraktiv zu gestalten, arbeitet die Personalabteilung an neuen Berufsbildern. „Kaum einer möchte mehr Dachdecker werden. Deshalb bieten wir Interessierten eine Kombination aus Dachdecker, Elektriker und Anlagenmechaniker an“, erklärte Anja Pahlke, Abteilungsleiterin. Die Absolventen hätten nicht nur einen bestimmten Status erlangt: „wenn wir vielfältig bleiben, sichern wir unsere Arbeitsplätze und sind flexibler auf dem schnelllebigen Energiemarkt“, schloss Ortmann.
Wenn möglich richtet MAXX Solar einmal im Monat eine Weiterbildungswoche aus. Dank verschiedener Kooperationen, beispielsweise mit der Industrie- und Handelskammer Erfurt, werden diese Lehrgänge mit einem Zertifikat beglaubigt. „Wir nehmen dafür gerne Geld in die Hand, auch wenn sich einiges am Ende als Fehlinvestition herausstellt“, bekannte Ortmann.



















