Wälder klimagerecht bewirtschaften

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Mit systematischer Pflege und Durchforstung schneller zu klimastabilen Wäldern: Sturm-, Dürre- und Borkenkäfergefährdetes Fichtenaltholz auf dem Weg zum trockenheitsrobusten Mischwald mit Buche, Weiß-Tanne, Ahorn, Vogelbeere, Birke und Fichte. Foto: Dr. Horst Sproßmann

Erfurt/Gotha (red/hs, 14. Oktober). Forschende der renommierten eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) konnten in einem 30-jährigen Experiment nachweisen, wie Waldbewirtschaftende die Widerstandsfähigkeit und Klimastabilität von Wäldern sicherstellen können. Dafür nutzten sie Daten eines Langzeitexperiments in Südwestdeutschland.

Demnach haben Forstleute und Waldbesitzende mehrere Möglichkeiten, die Anfälligkeit der Wirtschaftswälder auf Trockenstress zu verkleinern: regelmäßige Durchforstungen, an trocken-warmen Standorten die Weißtanne und andere ebenso trocken-tolerante Laubbäume fördern, aber die Bäume nicht zu groß werden lassen.

Die Studie wurde im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms „ERA-NET Sumforest“ erstellt, an dem sieben Forschungseinrichtungen aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland beteiligt sind.

Regelmäßige Durchforstungen schützen Wälder in Trockenphasen
„Die Ergebnisse bestätigen die Vorgehensweise der Landesforstanstalt, durch Waldumbau die heimischen Forste auf den Klimawandel und seine Folgen für das Ökosystem Wald vorzubereiten. Aktives waldbauliches Handeln ist das Gebot der Stunde!“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Schon die regelmäßige Durchforstung von Waldbeständen, so ein Ergebnis der Schweizer Waldforscher, kann Wälder in Trockenphasen schützen. Hohe und damit enge Dichtstände von Bäumen sorgen für Wasserstress unter den vielen Individuen, regelmäßige Pflegeeingriffe helfen, diesen Stress zu reduzieren.

Thüringer Untersuchungen zeigen, dass derartige Pflegeeingriffe auch die Sturmstabilität erhöhen. Große und hohe Bäume sind empfindlicher für Wasserknappheit, müssen sie doch das wenige Wasser 30 bis 35 Meter in die Krone hoch saugen.

Welche und wie häufig Pflege- und Durchforstungsmaßnahmen in konkreten Beständen zur Klimaanpassung umsetzen sollten, ist allerdings abhängig von der örtlichen Baumartenzusammensetzung, dem Standort, der Entwicklungsphase und der Funktion des Waldes. Hier ist die Expertise eines/r Försters/in erforderlich. Die jüngsten Forschungserkenntnisse lassen sich übrigens auch mit Durchforstungs- und Bewässerungsversuchen der Eidgenossen im Pfynwald im Schweizer Kanton Wallis in Einklang bringen. Auch das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (FFK) führt derartige Jahrringmessungen an Bäumen zur Zuwachsermittlung bei gleichzeitigen Bodenwasserhaushaltsmessungen in 15 Waldmessstationen durch, um den Kenntnisstand einer klimagerechten Waldbewirtschaftung weiter zu erhöhen.

Thüringer Paket zum Waldumbau
Noch 2019 hatte der Thüringer Landtag das Thüringer Waldgesetz geändert und den Waldumbau als Kern-Maßnahme zur Sicherung der Stabilität der Waldbestände vor dem Hintergrund des Klimawandels benannt. Zusätzlich regelt das Gesetzeswerk, dass der Freistaat Thüringen angemessene finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Mit dem „Grünes Herz Thüringen. Aktionsplan Wald 2030 ff.“ reagierte die Landesregierung auf das komplexe Waldschadensgeschehen und sicherte, beginnend mit 2021 bis 2036, die ent- sprechenden Finanzmittel von jährlich 11 Mio. Euro zu. ThüringenForst ist mit der Umsetzung des Waldumbaus im Staatswald betraut und soll gleichzeitig das Leitbild des dem Klimawandel gerechten Waldumbaus auch im Privat- und Körperschaftswald fördern.

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