Augen auf im Straßenverkehr – Unfallstatistik 2020 vorgestellt

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Unterschätzte Gefahr von Drogen im Straßenverkehr.

Am 29.04.2021 stellt die LPI Gotha die Verkehrsunfallstatistik 2020 für den Verantwortungsbereich der LPI Gotha vor, die Landkreise Gotha, Wartburgkreis und den Ilmkreis. Oscar am Freitag war dabei.

Insgesamt ist die Zahl der Unfälle im Verantwortungsbereich der LPI Gotha drastisch zurückgegangen. Die Zahl der Unfälle sank von 7.878 Unfällen im Jahr 2019 auf 6.815 Unfälle 2020. Auch die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden ging von 774 auf 707 zurück. 2016 lag die Zahl der Unfälle 2016 noch bei 8.153 und die Zahl der Unfälle mit Personenschaden bei 990.

Auch wenn die Zahlen seit 2016 fast stetig gesunken sind, so ist doch der drastische Rückgang von 2019 auf 2020 „vorwiegend auf die Corona-Pandemie zurückzuführen“, läßt die LPI Gotha verlauten. Besonders die Senioren „seien mehr daheim geblieben“ und hätten darum nicht am Straßenverkehr teilgenommen. Auch ein Teil des Berufs- und Pendelverkehrs entfiel. Senioren waren an insgesamt 1.495 Unfällen von 6.815 beteiligt. Damit sank die Zahl der Unfälle, an denen Seniorenbeteiligt waren von 1779. Allerdings waren Seniore zwar „an weniger Unfällen beteiligt“, verursachten „aber mehr als zwei Drittel der Unfälle selbst.“

Die Hauptunfallursachen waren dabei die Nichtbeachtung von Vorfahrt/Vorrang, nicht angepaßte Geschwindigkeit, Abbiegen/Wenden und mangelnder Abstand zum Vorausfahrenden. Häufig wurden die eigenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten überschätzt, wodurch die Unfälle verursacht wurden.

Die andere große Risikogruppe sind die Jungen Fahrer und Fahrerinnen unter 25 Jahren. Interessanterweise waren auch bei ihnen und den von ihnen verursachten Unfälle di Hauptunfallursachen ähnlich: nicht angepasste Geschwindigkeit und Nichtbeachtung von Vorfahrt/Vorrang. An dritter Stelle steht bei ihnen aber fahren und verursachen von Unfällen unter dem Einfluß von Drogen, wie Alkohol, Cannabis und anderen Substanzen.

Beide Gruppen hat die Polizei weiterhin besonders im Visier, um deren Teilnahme am Straßenverkehr zu regulieren. Besonders bei der Gruppe „Junge Fahrer/-innen“ bedarf es nach Ansicht der LPI Gotha „weiterhin verstärkter präventiver und repressiver Maßnahmen“. Bei der Gruppe der Senioren sieht die Polizei hingegen stärkeren Bedarf, mit „einer zunehmenden Aufklärung/Prävention und stetigen polizeilichen Überwachung“ die Senioren auf die Gefahren des Straßenverkehrs und ihre eigenen Gebrechen aufmerksam zu machen, die die Teilnahme am Straßenverkehr „bei zunehmender Mobilität im Alter“ beeinflussen können.

Coronabedingt mussten die Präventionsmaßnahmen bei einer dritten Risikogruppe leider ausfallen. Die Hygienekonzepte machten es den „Präventionsbeamten nicht möglich, die Schulen zu betreten und die Verkehrsausbildung mit den Schülern durchzuführen“. Die LPI Gotha wies allerdings darauf hin, dass diese Ausbildung durch die Beamten nur „ergänzender Natur“ sein kann, da die „Verkehrserziehung zum Großteil in den Familien geleistet wird“, indem die Eltern den Kindern richtiges Verhalten im Straßenverkehr vorleben und mit ihnen durchführen. Um diese Verkehrserziehung auch in Pandemiezeiten durchführen zu können, empfiehlt die LPI Gotha den Eltern, sich selbst stärker im Internet zu informieren, wo es zum Beispiel die Angebote der Verkehrswacht sind, die den Eltern als Hilfe zur Verfügung stehen: Radfahrausbildung.

Zum Abschluß erging noch einmal ein Aufruf, die beginnende Motorradsaison zu beachten. Motorradfahrer sind in dreifacher Hinsicht gefährdet. Auf der einen Seite werden sie durch ihre kleine Silouette von Autofahrern und Fußgänger schwerer wahrgenommen, andererseits sind sie auf ihren Maschinen weniger geschützt als die Autofahrer, was im Falle einer Kollision schwerere Folgen für ihre Gesundheit haben kann. Drittens betonte der Sprecher der LPI Gotha gelte „die StVO auch für Motorradfahrer“, denn auch bei ihnen ist die Hauptunfallursache bei von ihnen verursachten Unfällen die nicht angepasste Geschwindigkeit. In weitem Abstand folgen dann zu dichtes Auffahren und Überholvorgänge. Insgesamt waren Motorradfahren an mehr Unfällen beteiligt und haben auch mehr verursacht.

Das Problem des Rasens besteht auch weiterhin. Allerdings konnte die Polizei keine Schwerpunkt ausmachen, weswegen die Verkehrsüberwachung weiterhin flexibel und auf möglichst vielen Strecken des Verantwortungsbereichs der LPI Gotha erfolgen soll, fasste Roul Kolz die Erkenntnisse und Maßnahmen dazu zusammen.

 

H&H Makler

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