Blue Volleys Siegesserie gerissen

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Archivfoto: Wolfgang Mengs

Schwaig/Gotha (red/wm, 28. März). Nach acht Siegen in Folge mussten die Blue Volleys Gotha erstmals seit dem 6. Februar wieder eine Niederlage einstecken. Beim SV Schwaig verlor man mit 2:3 (19;-15;23;-25;-12).

Dass die Begegnung zwischen dem SV Schwaig und den Blue Volleys eng ausgehen würde, war angesichts der Tabellensituation in der 2. Bundesliga Süd zu erwarten. Mit dem Fünften Gotha und dem Sechsten Schwaig standen sich unmittelbare Tabellennachbarn gegenüber. Dennoch verlief das Spiel für den Betrachter dann doch etwas ungewöhnlich, weil in verschiedenen Phasen.

Im 1. Satz beherrschten die Thüringer Gäste zunächst die Szenerie auf dem Spielfeld. Mit gewohnt druckvollen Aufschlägen beschäftigte man die Schwaiger Annahme und zwang sie zu Fehlern. Das zeigte Wirkung, denn die Hausherren spielten nervös, mit Problemen im Spielaufbau und mit großem Respekt vor dem Gothaer Block. So konnten sich die Blue Volleys schnell absetzen und lagen meist mit vier oder fünf Punkten vorn. Am Ende stand es dann 25:19 für die Gäste.

Dieser Lauf der Gothaer schien sich im 2. Abschnitt fortzusetzen. Nach zwei Aufschlagpunkten von Anselm Rein und einem Doppelblock von Clay Couchman und Yann Böhme lag man sofort mit 3:0 in Front. Beim Stand von 6:10 nahm Schwaigs erfahrener Trainer Milan Maric eine Auszeit und schien dabei die richtigen Worte und Anweisungen gefunden zu haben. Denn fortan kippte der Satz zu Gunsten der Franken. Die Annahme des SVS stabilisierte sich und Zuspieler Moritz Gärtner, später als MVP gewählt, konnte seine Angreifer nun wesentlich besser einsetzen. Das führte wiederum zum Bruch im Gothaer Spiel. Jetzt unterliefen Gothas Annahmespielern mehr Fehler und Zuspieler Rein hatte Mühe im Spielaufbau. So nahm die Durchschlagskraft im Angriff ab, viele Bälle landeten im Aus oder wurden eine leichte Beute für die gute Schwaiger Feldabwehr. Der SVS glich zum 11:11 aus, setzte sich dann sogar bis auf 17:11 ab und ließ sich den 25:15-Satzgewinn nicht mehr nehmen.

Im 3. Satz wechselte Trainer Jonas Kronseder im Zuspiel, für Rein spielte jetzt Hannes Maisch. Auch in diesem Abschnitt schien es dann lange so, als hätten die Gastgeber endgültig das Rezept gegen das Spiel der Blue Volleys gefunden. Mit schnellem Spiel über Außen und gefährlichen Pipeangriffen aus dem Hinterfeld versetzte man den Gothaer Block gleich mehrfach. Mit 16:13 für den SVS ging es in die 2. Technische Auszeit. Und hier schien nun Kronseder die richtige Ansprache gefunden zu haben. Plötzlich waren die Blue Volleys wieder viel präsenter und gefährlicher. Mit einem Monsterblock glich man zum 17:17 aus und lag beim 22:21 erstmals in diesem Satz vorn. Der stark spielende Ex-Gothaer Sven Kellermann glich mit einem Schnellangriff jedoch aus und danach ging Schwaig sogar mit 23:22 in Führung. Aber zwei Angriffe von Erik Niederlücke und Böhme brachten dann den Blue Volleys Satzball. Ein Floataufschlag von Niederlücke, der einem Schwaiger Annahmespieler über den Unterarm ins Aus rutschte, führte dann zum 25:23-Satzgewinn der Gastmannschaft aus Thüringen.

Auch der folgende 4. Satz verlief sehr wechselhaft. Der Gastgeber stand weiterhin sehr sicher in der Annahme, während die Gothaer einfach nicht die Sicherheit der letzten Spiele fanden. 11:6 lag Gotha hinten, als Kronseder erneut im Zuspiel wechselte und wieder Rein brachte. Es spricht für die Gothaer, dass sie sich aus ihrem kleinen Tief in dieser Phase wieder herausarbeiteten. Robert Werner, der nach dem Spiel als MVP seines Teams ausgezeichnet wurde, war es jetzt, der mit seinen Angriffen und Aufschlägen für ein Signal und Punkte sorgte. Als dann Couchman mit einem Einerblock der 14:14-Ausgleich gelang, war wieder Gleichstand hergestellt. Allerdings folgte darauf eine sehr hektische Phase im Spiel, mit vielen Aufschlagfehlern auf beiden Seiten und so wechselte die Führung mehrfach. Mit zwei Angriffen des sehr guten Außenangreifers Max Bibrack setzte sich der SVS auf 23:21 ab. Doch die Blue Volleys glichen wieder aus und hatten ihrerseits beim 24:23 und beim 25:24 Matchbälle, konnten aber den Sack nicht zubinden.
Leider war es zum Schluss eine von mehreren strittigen Schiedsrichterentscheidungen, als ein von Felix Lesche geblockter Ball als übergegriffen geahndet wurde, der die Entscheidung zum Schwaiger 27:25-Satzgewinn brachte.

Im Tie Break waren dann die Hausherren das etwas mutigere und entschlossenere Team. Mit ihren Pipeangriffen, ein Mittel, das man bei Gotha diesmal gar nicht sah, schalteten sie den Gothaer Block aus. Nach einer 10:4-Führung der Hausherren kämpften sich die Blue Volleys zwar nochmal heran, mussten sich am Ende jedoch mit 12:15 geschlagen geben.

Angesichts des Spielverlaufs zeigte sich Gothas Trainer mit dem einen geholten Punkt nicht unzufrieden. „Schwaig hat sehr gut angenommen und war besonders über Außen gefährlich. Es waren am Ende Kleinigkeiten und die größere Routine, die für Schwaig sprachen. Mit dem geholten Punkt bin ich deshalb zufrieden“, sagte Kronseder anschließend.

Trotz dieser Niederlage bleiben die Blue Volleys auf dem fünften Tabellenplatz und haben am kommenden Sonnabend bei der TuS Kriftel wieder die Gelegenheit, in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Blue Volleys Gotha mit: Werner, Lesche, Couchman, Landsmann
Niederlücke, Böhme, Maisch, Rein, Stückrad, Kummer, Spankowski und Bogatzki

Fliesenstudio Arnold

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