Couragiert – aber am Ende nur ein Punkt

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Der Meister gab sich bei den Blue Volleys keine Blöße. Foto: JeppeSmedNielsen/Pixabay

Gotha (red/wm, 16. Januar). Die Blue Volleys Gotha unterlagen in einem spannenden und auf gutem Niveau geführten Spiel beim SV Schwaig mit 2:3 (-19; 16; -18; 24; -4) und müssen sich mit nur einem Punkt zufriedengeben.

Es bleibt dabei. In Schwaig können die Gothaer seit ihrem Aufstieg 2018 nicht gewinnen. Dabei zeigten sie in vier Sätzen beim Tabellenvierten eine couragierte und über weite Strecken auch gute Leistung und glichen gleich zweimal eine Satzführung der Hausherren aus. Im entscheidenden 5. Satz aber waren die Blue Volleys leider völlig von der Rolle und von einem möglichen Auswärtssieg weit entfernt.

Doch der Reihe nach: Für die verletzten Erik Niederlücke, der im Spielverlauf nur kurzzeitig in der Annahme zum Einsatz kam, und Tomasz Gorski rückten Jannis Hopt und Elias Götze in die Startformation der Gothaer. Neben diesen Beiden begannen außerdem Robert Werner, Yann Böhme, Felix Lesche, Mikael Clegg und Libero Max Stückrad.

Von Beginn an entwickelte sich eine umkämpfte und sehr sehenswerte Partie. Die Blue Volleys zeigten sich nach der dreiwöchigen Spielpause gut erholt. Insbesondere Hauptangreifer Böhme ließ es gleich am Anfang etliche Male richtig krachen.

Aber auch die Mittelfranken bewiesen sofort, dass sie nicht von ungefähr in dieser Spielzeit zu den besten Teams der Liga gehören. Stabil in Annahme und Feldverteidigung und sehr variabel im Spielaufbau konnten sie sich zur Mitte des Satzes mit vier Punkten absetzen und hatten in dieser Phase auch nach zwei sehr langen, tollen Ballwechseln zum 14:12 und 15:12 jeweils das bessere Ende für sich. Diese Führung gaben die Gastgeber in der Folge nicht mehr ab und holten sich den Anfangssatz verdient mit 25:19.

Im 2. Abschnitt brachte Trainer Jonas Kronseder Hannes Maisch als neuen Zuspieler. Eine Maßnahme, die sich schnell bezahlt machte, denn seine etwas andere Art des Zuspiels setzte neue Akzente. Entscheidend für den Satzverlauf aber war auch der erhöhte Aufschlagdruck der Blue Volleys. Kapitän Werner, Böhme und Hopt zwangen mit ihren harten Aufschlägen Schwaigs Annahme vermehrt zu Fehlern und Ungenauigkeiten. Schon nach dem ersten Satzdrittel hatte man sich eine 6-Punkte-Führung erspielt. Die Gäste hatten auch danach den Satz jederzeit unter Kontrolle, auch weil man im Angriff die Chancen konsequent nutzte. Mit 25:16 für Gotha endete der 2. Satz.

Die beiden folgenden Teilabschnitte waren dann die ausgeglichensten im Spiel. Beide Mannschaften agierten auf Augenhöhe und boten tollen Volleyball.

Der sehr gute Schwaiger Zuspieler Moritz Gärtner versuchte mit seinen Pässen immer häufiger über Gothas kleinsten Blockspieler Maisch zu spielen und in der Mitte zeigte der ehemalige Gothaer 1. Bundesligaspieler Sven Kellermann, dass er mit 34 Jahren noch nichts verlernt hat. Auch der nur zwei Jahre jüngere Kapitän Florian Tafelmayer hatte einen „Sahnetag“ erwischt.

Dem standen die Gothaer aber in nichts nach und sie brachten ihre Stärken ein. Werner fand mit seinen Angriffen und raffinierten Power Tips immer wieder die Lücken in der gegnerischen Abwehr. Hervorzuheben auch das gute Spiel von Hopt, der diesmal in Angriff und Aufschlag überzeugte.

Deshalb fand Kronseder anschließend auch lobende Worte für den Außenangreifer. „Er hat heute sein wohl bisher bestes Spiel für die Blue Volleys gemacht und gezeigt, dass er die erhoffte Verstärkung sein kann. Das muss er jetzt auch in den kommenden Spielen beweisen.“

Hopt sorgte im 3. Satz auch für einen Moment des Schmunzelns, als sein völlig verunglückter Aufschlag die gegenüber liegende Hallenrückwand in halber Höhe traf.

Nicht zu vergessen aber natürlich auch Diagonalangreifer Böhme, dessen wuchtige Angriffe aus der zweiten Etage immer wieder für ein Raunen auf der Zuschauertribüne – 125 Zuschauer waren zugelassen – sorgte.

Bis zum 19:19 wogte das Spiel mit wechselnden Führungen hin und her. Ein Monsterblock von Kellermann gegen Böhme schaffte dann das Momentum für die Hausherren und diese konnten den 3. Satz mit 25:22 letztlich für sich entscheiden.

Ein ganz ähnliches Bild bot dann der 4. Abschnitt. Zwar erwischte der SV Schwaig einen Superstart und führte schnell mit 4:0. In der dann genommenen Auszeit schien Kronseder aber die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Mannschaft holte auf und hatte beim 6:6 den Gleichstand hergestellt.

So ausgeglichen ging es weiter. Das überaus sehenswerte Spiel kulminierte dann in der Schlussphase. Über die Spielstände 19:19, 20:20, 21:21, 22:22 und 23:23 waren es dann einer der zuvor leider zu wenig gesehenen Schnellangriffe von Lesche und ein Angriff von Böhme, die den ersten Gothaer Satzball brachten. Den glich Schwaig noch aus, doch ein Angriffspunkt von Werner und ein ins Aus gehender Angriff der Gastgeber sicherten den Gothaer Satzerfolg und damit den Satzausgleich.

Über den folgenden Entscheidungssatz sollte man aus Gothaer Sicht den Mantel des Schweigens ausbreiten. Nach den ersten Punkten gerieten die Gothaer völlig von der Rolle. Vom 2:2 bis zum 2:11 gelang es ihnen kein Punktgewinn.

Entsprechend deprimiert verließen die Gäste das Spielfeld, obwohl sie in den Sätzen zuvor durchaus zu überzeugen wussten.

Der Sieg des SV Schwaig geht aber auch unter Berücksichtigung des Tie Breaks völlig in Ordnung und ist verdient.

Nach Spielschluss wurden Böhme und Tafelmayer als MVP ihrer Teams bestimmt.

Enttäuscht vom letzten Satz, aber insgesamt nicht unzufrieden – Gothas Trainer Kronseder.
„Wir haben heute gegenüber den letzten Spielen zugelegt und uns verbessert gezeigt. Es war abgesehen vom letzten Satz eine ansprechende Leistung. Immerhin haben wir in Hin- und Rückspiel vier von sechs Punkten geholt“, meinte er im Gespräch kurz nach dem Spiel.

Nun müssen und können die Blue Volleys im nächsten Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen den TSV Mimmenhausen versuchen, den ersten Sieg im neuen Jahr zu holen.

Blue Volleys Gotha mit: Werner, Böhme, Clegg, Maisch, Lesche, Götze, Stückrad, Hopt Spankowski und Niederlücke

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