Schwer erkämpfter Auswärtssieg in Leipzig

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Symbolfoto: JeppeSmedNielsen/Pixabay

Gotha (red/wm, 30. Januar). Im Spiel bei den L.E. Volleys mussten die Blue Volleys Gotha große Gegenwehr überwinden, ehe der 3:2-Sieg (-21; 17; 21; -24; 11) feststand.

Zwei Siege hatten sich die Gothaer als Ziel ihrer Doppelspieltags-Tour durch Sachsen vorgenommen. Der erste Schritt wurde mit dem hart erkämpften, aber letztlich verdienten Sieg bei den abstiegsgefährdeten Leipzigern getan.

Erstmals in dieser Saison konnte Gothas Trainer Jonas Kronseder auf einen nahezu kompletten Kader zurückgreifen, was seine Wechseloptionen natürlich verbesserte.

Die Gothaer begannen gleich mit einem Aufschlagass von Jannis Hopt und holten auch die nächsten beiden Punkte. Relativ schnell zeigte sich dann aber, dass die Gastgeber keineswegs gewillt waren, das Spiel kampflos abzugeben. Eine kleine Aufschlagserie und gefährliche Angriffe von Kapitän Chris Warsawski untermauerten dieses Unterfangen und so führten die Sachsen bei der 1. Technischen Auszeit bereits mit 8:5. Auch danach spielten sie nicht, wie eine akut vom Abstieg bedrohte Mannschaft. Vielmehr überzeugten die Gastgeber mit starker Feldverteidigung und schnellem Angriffsspiel. Auf der andren Netzseite ließen die Blue Volleys etliche Chancen im Angriff leichtfertig liegen, brauchten häufig zwei, drei Versuche ihre Bälle unterzubringen. Auch der Gothaer Block hatte noch keinen richtigen Zugriff auf die Leipziger Angriffe. Folgerichtig lief man beständig einem Rückstand hinterher und musste den 1. Satz am Ende mit 21:25 abgeben.

Im 2. Abschnitt blieb Len Spankowski, der im Satz zuvor auf Außen/Annahme für Robert Werner gekommen war, auf dem Feld. Ansonsten blieb die Anfangsformation mit Zuspieler Hannes Maisch, Yann Böhme auf der Diagonale, Hopt als weiteren Außenspieler, Tomasz Gorski und Felix Lesche in der Mitte und Libero Max Stückrad unverändert. Auch in diesem Abschnitt blieb es spannend und die Begegnung hatte längst ein mehr als durchschnittliches Zweitliganiveau erreicht. Auf Gothaer Seite war es jetzt immer wieder Böhme, der mit seinen wuchtigen Angriffsschlägen die starke Abwehr der Leipziger überwand. Zur Mitte des Satzes hin gelang es dann den Blue Volleys sich etwas abzusetzen. Der eigene Block wurde wirkungsvoller, der Angriff konsequenter und auch die Defensive um Libero Stückrad arbeitete gut.

Einen starken Eindruck hinterließ auch Spankowski. Der nur 1,80 Meter große Angreifer fand immer wieder Lösungen, um zu Punkten zu kommen. „Er hat sich im Training angeboten und seinen Einsatz mit einer guten Leistung gerechtfertigt“, lobte ihn sein Trainer anschließend.

Die Gothaer ließen im 2. Satz nichts mehr anbrennen und holten sich diesen Abschnitt mit 25:17.

Auch danach behielten sie VC-Spieler weitgehend die Spielkontrolle und lagen beständig in Führung. Auf Leipziger Seite reagierte man beim Stand von 13:18 mit einem Diagonalwechsel. Für Zuspieler Eric Jahn und Diagonalangreifer Warsawski kamen Martin Burgartz und Florian Lüddemann. Ein Wechsel, der sich schnell bezahlt machte, denn die L.E. Volleys verkürzten in der Folge bis auf 19:20.

Jetzt wechselte auch Kronseder und schickte für Hopt Erik Niederlücke in die Partie. In der Schlussphase hatten dann die Gäste die stärkeren Nerven, während die Gastgeber mit zwei Servicefehlern die Chance auf eine erneute Satzführung verschenkten. Und so stand es nach dem 25:21 stattdessen 2:1 für Gotha.

Im folgenden 4. Satz schien es zunächst, als hätte man mit diesem Satzgewinn den Widerstand der Hausherren gebrochen. Mit einer 8:4-Führung der Gothaer ging es in die 1. Technische Auszeit. Aber die Leipziger hatten noch nicht fertig und bliesen zur erneuten Attacke.  Kurze Zeit später konnten sie ausgleichen. Besonders auf der Diagonalposition lieferten sich Böhme und Lüddemann nun ein Linkshänderduell der Extraklasse. Wenig überraschend wurden beide Spieler später auch zu MVP gekürt.

Auf Gothaer Seite bewies auch Niederlücke, dass er nach seiner Verletzungspause wieder auf dem Weg zu alter Form ist. Nach einem Schnellangriff von Lesche zum 21:19 schien vieles auf das nahe Ende des Spiels hinzudeuten. Aber mit dem Rücken zur Wand stehend, wehrten sich die Leipziger nochmal mit allen Mitteln und hatten am Ende, wenn auch mit etwas Glück, Erfolg. Es war nämlich eine Schiedsrichterentscheidung, der 1. Schiedsrichter hatte eine Leipziger Blockberührung bei einem Gothaer Angriff übersehen, die statt Matchball für die Blue Volleys für den 23:23-Gleichstand sorgte. Die Gunst der Stunde nutzend, konnten die Sachsen wenig später den 26:24-Satzgewinn bejubeln.

Wie schon im Hinspiel gingen beide Teams in den Tie Break. Auch den hielten die Gastgeber, die dabei von ca. 200 Zuschauern unterstützt wurden, lange Zeit offen. Doch in der Crunchtime verließen sie etwas die Kräfte und wahrscheinlich kamen auch Gedanken an das Spiel vor zwei Wochen gegen Mühldorf hoch, als man ebenfalls im Tiebreak eine 14:7 Führung(!) noch verspielte. Jedenfalls nutzten die Gothaer diese Schwäche der Heimmannschaft und holten sich den Decider mit 15:11.

Mit etlichen mitgereisten Gothaer Fans feierte man anschließend den zweiten Auswärtssieg in dieser Saison.

Hervorzuheben auch der Kommentar zum Spiel im Livestream auf sportdeutschland.tv. Dort boten Gothas Manager Jörg Fischer, der auf Einladung des Leipziger Vereins dabei war und das Leipziger Vorstandsmitglied Thomas Bauch nicht nur einen fachkundigen Live-Kommentar zum Spiel, sondern zudem interessante Hintergrundinformationen zu beiden Vereinen und der Liga insgesamt.

Blue Volleys Gotha mit:  Hopt, Werner, Niederlücke, Spankowski, Böhme, Maisch, Clegg, Gorski, Lesche, Götze, Bierwisch, Stückrad und Aßmann

 

H&H Makler

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