mdr-Doku über die Niemeyer-Sphere – dem spektakulären Restaurant im Leipziger Westen

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Blick auf die Niemeyer-Sphere im Leipziger Westen. Foto: mdr

Leipzig/Gotha (red/mdr, 7. Dezember). Die Niemeyer-Sphere, den spektakulären Restaurantneubau im Leipziger Westen, den der brasilianische Star-Architekt Oscar Niemeyer entworfen hat, zeigt „Der Osten – Entdecke wo du lebst“ morgen um 21 Uhr im MDR-Fernsehen sowie in der ARD-Mediathek.

Für die einen ist sie ein überdimensionaler Golfball. Andere erinnert sie an den Helm eines Sternenkriegers. Gemeint ist die Niemeyer Sphere, ein spektakulärer Restaurantneubau im Leipziger Westen. Blendend weißer Sichtbeton und schwarz-glänzende dreieckige Fenster bilden eine Kugel mit 12 Metern Durchmesser. Und allein die Tatsache, dass es sie überhaupt gibt, gleicht einem kleinen Wunder. Entworfen hat den Bau der brasilianische Stararchitekt Oscar Niemeyer. Es ist eines seiner letzten Projekte aus dem Jahr 2012, bevor er mit 104 Jahren stirbt.

„Sie sieht bei jedem Wetter verschieden aus, vor allem, wenn man blauen Himmel mit Wolken hat, spielt die Kugel quasi mit, als Teil der Wolken. Sie verbindet sich mit den Formen und man sieht, wie das als Teil der Bewegung gedacht ist.“ Das sagt Ludwig Koehne voller Bewunderung über den Neubau, der direkt an einer Industriehalle angedockt hat. Koehne ist der Eigentümer der Kirow Ardelt GmbH. 1994 hat er den Betrieb im Leipziger Westen für eine D-Mark von der Treuhand gekauft und saniert. Heute ist Kirow Weltmarktführer für Eisenbahndrehkrane. Parallel baut die Heiterblick GmbH an dem Standort erfolgreich Straßenbahnen.

Mit einem Brief wandte er sich an den berühmten Architekten und bat ihn, eine Erweiterung für seine Betriebskantine zu entwerfen, weil sonst sein Koch das Unternehmen verlässt und die Stahlbauer kein gutes Essen mehr haben. „Sie haben freie Hand bei der Planung“, endet das Schreiben. Und Oscar Niemeyer, der zahlreiche Gebäude in der brasilianischen Hauptstadt entwarf und das UN-Hauptquartier in New York plante, skizziert eine Kugel. Es wird eine herausfordernde Baustelle. Die Kugel mit den 161 Flüssigkristallglasfenstern ist kompliziert. Architekt Harald Kern muss Firmen finden, die dem hohen Qualitätsanspruch von Niemeyer genügen.

Die Fotografin Margret Hoppe hat jeden Bauabschnitt begleitet. Als zum Beispiel die Betonschalung abgenommen wurde, waren alle sehr nervös, „aber es war schnell klar, wie großartig der weiße Beton aussieht.“ Sie findet die Kugel gelungen und auch die Idee, die dahinter steckt, denn „wo gibt es das heute im Osten schon, dass jemand sein privates Geld in Kunst und Kultur steckt“. Tatsächlich will Ludwig Koehne sein Unternehmen öffnen: Gäste sollen eine Werksführung erleben, in der Kugel essen und Kunstausstellungen in der Galerie direkt darunter besuchen.

Fliesenstudio Arnold

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