Mit dem Frühjahr kommen die Zecken

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Zeckenbisse sind nicht nur unangenehm, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Foto: Forstliche Fotosammlung

Erfurt/Gotha (red/hs, 5. April). Mit den ersten milderen Tagen im Jahr nimmt die Zahl der Erholungssuchenden im Wald wieder deutlich zu – wie leider auch die Zahl der Zecken, die ihre Winterstarre beenden.

Die können bei Hautkontakt mit einem Wirt und dem damit verbundenem Blutsaugen gefährliche Krankheiten übertragen – auch auf den Menschen. Jährlich erkranken im Freistaat 300 bis 400 Personen an zeckenübertragener Borreliose, acht bis 15 davon an der gefährlichen Hirnhautentzündung (FSME).

Als FSME-Risikogebiete gelten insbesondere Süd- und Ostthüringen, darunter die Wälder um Hildburghausen, Jena, Gera und Schleiz. Durch die Berücksichtigung weniger Hinweise lassen sich Erkrankungsrisiken aber deutlich minimieren, wie die Landesforstanstalt informiert.

Schon ab 6° C werden Zecken aktiv
„Zecken sind ab einer Lufttemperatur von etwa 6° C aktiv und verlassen den Boden, der zuvor als Winterquartier diente“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Zecken können über 60 Krankheiten übertragen, am häufigsten die Borreliose, selten die FSME.

Oft bleibt die Borreliose wegen grippeähnlicher Krankheitszeichen unerkannt, so daß die Betroffenen – etwa Förster, Waldbesitzer, Forstwirte, Gärtner oder Waldbesucher  die rechtzeitige Antibiotika-Behandlung nicht einleiten. Gegen die ebenfalls durch Zecken übertragbare, deutlich seltenere, gleichwohl gefährliche FSME, können sich Erwachsene wie auch Kinder präventiv impfen lassen.

Tipps verhelfen zum risikoarmen Waldbesuch
Wichtig für den Waldbesucher: Waldwege nicht verlassen, Wiesenquerungen bei höherem Graswuchs meiden, ebenso Lichtungen, Gebüsche, Unterholz, Bach- und Flussläufe. Die Zecken sitzen dort gern auf besonnten Gräsern und Zweigen vorwiegend in 30-60 cm Höhe und lassen sich von einem Wirtstier oder eben auch dem Menschen im Vorbeigehen abstreifen. Ihr Opfer erkennen sie am Schweißgeruch. „Deshalb umgehend nach einem Waldbesuch die Kleidung wechseln, den Körper nach möglichem Zeckenbefall kontrollieren, insbesondere Kniekehlen, Leistenbereich und Nacken, bei Kindern den ganzen Körper“, empfiehlt Gebhardt.

Das Tragen heller, geschlossener Kleidung einschließlich Schuhwerk hilft, die dunkelbraun gefärbten Zecken bzw. Nymphenstadien frühzeitig zu erkennen bzw. abzuwehren. Das Tragen der Socken über der Hose ist ebenfalls ein probates Mittel, um der Zecke den Weg vom Kleidungsstück zur Haut zu verwehren. Zusätzlich gibt es wirksame Lotionen, Cremes und Sprays, die zeckenabstoßend wirken. Auch ggf. mitge- führte Haus- oder Heimtiere wie Hund oder Pferd, sollten auf Zeckenbefall kontrolliert werden.

Was tun im Fall der Fälle?
Dr. Horst Sproßmann, der Leiter der Stabsstelle Kommunikation, empfiehlt Folgendes: „Der beste Schutz vor der FSME-Erkrankung ist die vorsorgliche Impfung, weil der Virus sofort beim ersten Blutsaugen übertragen wird.
Der beste Schutz vor der häufigeren Borreliose ist das schnelle Entfernen der Zecke, da das Bakterium erst mehrere Stunden nach dem Saugen aus dem Darmtrakt der Zecke in die Wunde transportiert wird. Je länger die Zecke saugt, desto größer ist deshalb die Wahrscheinlichkeit dieser Art von Ansteckung.
In die Haut eingestochene und blutsaugende Zecken deshalb zügig, ohne zu quetschen oder zu drehen, mit einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte den Kopfbereich der Zecke umfassend, das Tier entgegen der Einstichrichtung – gleichsam im Rückwärtsgang – aus der Haut ziehen. Niemals die Zecke besprühen, einreiben, abbrennen oder abkratzen. Im Anschluss die Bissstelle mehrere Tage auf rötliche Verfärbungen beobachten –  bei Wanderröte sofort zum Arzt!“

MSB Kommunikation

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