Arbeitslosigkeit sank trotz Lockdown

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Gotha (red/mg, 29. April). Im April sank die Arbeitslosigkeit im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis. Sie liege aber 15 Prozent höher als im April 2019, als es noch keine Auswirkungen der Corona-Pandemie gab, berichtet die Agentur für Arbeit Gotha.

„Hier zeigt sich die Langzeitwirkung der Corona-Pandemie. Bei vielen Arbeitslosen, die Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten, läuft dieser aus, sodass sie nun in die Grundsicherung wechseln müssen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich noch immer auf einem niedrigen Niveau. Unternehmen, die von Kurzarbeit betroffen sind, stellen auch keine neuen Mitarbeiter ein. Andere Firmen sind ebenfalls sehr zurückhaltend bei der Neueinstellung. Gastronomie, Einzelhandel, Tourismus, die im Frühling viele Saisonkräfte einstellen, sind aktuell geschlossen und damit vielen diese Neueinstellungen im April aus“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Die Fortführung des Lockdowns ist bei den neu gemeldeten Stellen deutlich spürbar. So liegen aktuell 11 Prozent weniger Stellen vor als vor der Coronapandemie.

Unternehmen, die vom Lockdown betroffen sind, melden nur im geringen Umfang neue Stellen. Teilweise sind dies Ersatzbedarfe, da Mitarbeiter in andere Branchen gewechselt sind. „Unternehmen aus der Hotellerie, der Gastronomie und dem Handel melden uns, dass sie gut ausgebildete Fachkräfte verlieren. Diese kündigen und wechseln in Branchen, die nicht von Schließungen betroffen sind. Das stellt die Firmen vor zusätzliche Herausforderungen, denn bereits vor der Krise waren ausgebildete Fachkräfte in diesen Branchen rar. Dieser Fachkräftemangel könnte sich jetzt noch verstärken. Deshalb ist es notwendig, diesen Unternehmen eine Perspektive für die Wiederöffnung zu geben“, betonte Ina Benad.

Die Unternehmen nutzen weiterhin die Kurzarbeit, um ihre Fachkräfte zu sichern. Für mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis wurde seit März 2020 Kurzarbeit angezeigt.

Die Zahl der neuen Anzeigen auf Kurzarbeit sank im April deutlich. So haben diesen Monat 28 Unternehmen für 143 Beschäftigte Kurzarbeit neu bzw. erneut angezeigt.
Aktuelle Hochrechnungen für den Dezember 2020 zeigen, dass die tatsächlich genutzte Kurzarbeit zum Jahresende wieder angestiegen ist. So rechneten im Dezember 1.046 Firmen für 5.902 Mitarbeiter Kurzarbeit ab. Damit waren 1.339 Beschäftigte im Dezember 2020 mehr in Kurzarbeit als im November. Durch den fortgesetzten Lockdown wird sich diese Zahl seit Jahresbeginn 2021 auf einem hohen Niveau fortsetzen.

Arbeitslosigkeit sinkt
Im April waren 8.561 Menschen im Agenturbezirk Gotha arbeitslos gemeldet. Das waren 175 weniger als im Vormonat und 55 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank im Agenturbezirk auf 6,7 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr.
Im Landkreis Gotha sank die Arbeitslosenquote auf 5,9 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent) und lag damit unter der des Freistaates Thüringen (6,1 Prozent).

Rechtskreise
Bei der Entwicklung der Arbeitslosen zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Während die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung zum Vormonat abgenommen hat, stieg sie in den Jobcentern an.
Die verlängerte Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes endete für viele und aufgrund der schlechteren Beschäftigungsmöglichkeiten wechseln die Betroffenen nunmehr zu den Jobcentern.
Im April waren 284 Menschen weniger in der Arbeitslosenversicherung gemeldet als im Vormonat. Die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitsagentur betrug 3.538 und lag damit 4 Prozent unter dem Vorjahr.
Die Zahl der Arbeitslosen in den Jobcentern stieg auf 5.023 Personen an. Das waren 2 Prozent mehr als im Vorjahr und 119 Personen mehr als im März 2021.
Aktuell werden 41 Prozent der Arbeitslosen durch die Arbeitsagentur betreut. Vor der Coronapandemie lag der Anteil bei einem Drittel.

Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch Teilnehmende an Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Sie bietet damit einen umfassenderen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug im April 10.172. Das waren 205 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 7,9 Prozent und damit leicht unter dem Wert des Vorjahres (8,0 Prozent).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt
Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau vor Corona. Im April änderte sich für 36 Prozent der Arbeitslosen der Status, vor der Krise waren es über 50 Prozent.
Im April beendeten 1.645 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 153 mehr als im Vormonat und 459 mehr als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 736 Personen eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt auf, 106 mehr als im Vormonat und 243 mehr als im Vorjahr.
Gleichzeitig meldeten sich im April 1.467 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 175 mehr als im Vormonat, aber 609 weniger als im Vorjahr. 544 gingen zuvor einer Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nach, 44 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotz der Coronakrise ist die Gefahr gesunken, aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden.

Offene Stellen deutlich unter dem Vorjahresniveau
Die Zahl der neu gemeldeten Stellen lag im April leicht unter dem Vormonat. Die Unternehmen meldeten 389 neue Stellen, 11 weniger als im Vormonat, aber 191 mehr als im April des letzten Jahres. Aktuell liegen 1.824 offene Stellen zur Besetzung vor, 24 mehr als im vergangenen Monat und 127 weniger als im Vorjahr. Nur 240 Stellen sind in Teilzeit, alle anderen in Vollzeit gemeldet. Die meisten Stellen sind für ausgebildete Fachkräfte ausgeschrieben (80 Prozent). Ein Fünftel der Stellen sind für Helfer- und Anlerntätigkeiten gemeldet.

Daten für den Landkreis Gotha
Erneut lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Gotha mit 5,9 Prozent unter dem Thüringer Wert (6,1 %). Im Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote 6,0 Prozent.
Im April waren 4.283 Menschen arbeitslos gemeldet, 85 weniger als im Vormonat und 84 weniger als im Vorjahr. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr ab. So sind hier 6 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahr, während beim Jobcenter der Anstieg zum Vorjahr bei rund 2 Prozent lag.
Im April meldeten sich 797 Menschen erstmals oder erneut arbeitslos, 143 mehr als im Vormonat. 319 davon waren vorher auf dem 1. Arbeitsmarkt beschäftigt.
Gleichzeitig beendeten im April 877 Menschen die Arbeitslosigkeit, 29 mehr als im Vormonat und 268 mehr als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 396 eine Erwerbstätigkeit auf, 36 mehr als im Vormonat.
Im April wurden 243 offene Stellen gemeldet, 25 mehr als im Vormonat und 152 mehr als im Vorjahr. Aktuell liegen 1.089 offene Stellen zur Besetzung vor, 176 mehr als im Vorjahr.

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