Beratung ehemaliger DDR-Heimkinder

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Bildschirmfoto der Internetseite des Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Erfurt/Gotha (red, 29. April). Das Beratungsangebot für ehemalige DDR-Heimkinder wird fortgesetzt. Betroffene können sich ab 1. Mai direkt an den Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Homepage) wenden, teilte das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport mit.

Von 2012 bis 2018 konnten ehemalige Heimkinder über den „Fonds Heimerziehung in der DDR von 1945 bis 1990“ finanzielle und sächliche Unterstützung einschließlich Rentenersatzleistungen erhalten. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hatte für Betroffene eine Anlauf- und Beratungsstelle einrichtet. Nach Auslaufen des Fonds zeigte sich, dass weiterer Bedarf an Beratung bestand. Besondere Bedeutung hatte nach wie vor auch die persönliche Aufarbeitung der eigenen Biografie, die Überwindung von Hürden bei der Inanspruchnahme psychosozialer Hilfen, aber auch der Austausch untereinander.

Deshalb hatte das Bildungsministerium die Beratung 2020 fortgesetzt. Es zeichnete sich aber zunehmend ab, dass Betroffene u. a. auch strafrechtliche Rehabilitierung wünschten. Dafür hatte es enge Bezüge zum Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gegeben.

Die Zusammenführung sichert nunmehr weiterhin eine niedrigschwellige Beratungsstruktur in Thüringen. Dazu Minister Helmut Holter: „Mit der Fortführung der Beratungsleistung kommt das Land dem wichtigen und begründeten Anliegen von Betroffenen und Opferverbände nach. Zudem unterstreicht Thüringen auf diese Weise sein besonderes Interesse an der Aufarbeitung von SED-Unrecht. Sowohl das Bürgerkomitee Thüringen e. V. als auch die Opferverbände unterstützen die Fortführung beim Landesbeauftragten.“

Weiterhin sollen die Jugendhilfeakten von vor 1990, die sich möglicherweise noch in den Kommunalverwaltungen befinden, aufgrund ihrer historischen und rechtlichen Bedeutung auch nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen an die zuständigen Archive übergeben werden. Dazu verständigen sich derzeit das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, das Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales und die Thüringer Staatskanzlei.

Ansprechpartner für Betroffene:
Matthias Morawski
Referent für Bürgerberatung / Rehabilitierung
Tel. 0361 57 3114-959
E-Mail: morawski@thla.thueringen.de

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