Artenvielfalt: Rote Listen für Thüringen präsentiert

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Symbolbild: Thorben Wengert/pixelio.de

Erfurt (red, 18. Oktober). Das Umweltministerium hat die neuen Roten Listen für Thüringen vorgestellt. Alle zehn Jahre werden dafür der Bestand von heimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzgruppen sowie von Biotopen und Pflanzengesellschaften erfasst und deren Gefährdungszustand bewertet.

Dazu erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Damit wir über die Artenvielfalt in Thüringen Bescheid wissen, gibt es alle zehn Jahre die Roten Listen. Sie sind das Fieberthermometer und die Temperatur ist weiter zu hoch: Gelbbauchunke, Kreuzotter oder der Große Abendsegler gehören – wie viele andere – weiter zu den gefährdeten Arten in Thüringen. Es gibt zwar eine leichte Verbesserung, aber die Herausforderung an uns bleibt enorm, um unsere Ökosysteme zu erhalten und unsere Lebensgrundlagen zu bewahren.“

Die Autorinnen und Autoren der Roten Listen benennen wesentliche Gefährdungsursachen. Dazu gehören bestimmte Formen der Naturnutzung in Land-, Forst- und Fischwirtschaft, die Bodenversiegelung und in steigendem Maße die Klimakrise, insbesondere für alle Amphibienarten, durch die Austrocknung ihrer Laichgewässer.  Aktuell gelten 40 % der Arten in Thüringen als gefährdet, 2011 waren es 41,1 %.

Überdurchschnittlich gefährdete Artengruppen sind u.a. Amphibien, Reptilien und Fledermäuse. Die Arten sind besonders gefährdet, die besondere Standortbedingungen (beispielsweise sehr nass oder sehr trocken) brauchen. Zudem werden Arten der Quellbiotope (z. B. Moose) sowie Arten der Äcker (z. B. Feldhamster und Ackerwildkräuter) durch moderne Bewirtschaftungsmethoden weiter zurückgedrängt.

Dagegen ist durch Schutzmaßnahmen bei einigen Artengruppen eine deutliche Erholung spürbar, u. a. bei Fließgewässerarten. So konnten Ukelei, Bachneunauge und die Westgroppe aus den Roten Listen entlassen werden. Zudem sind einige Arten wieder aufgetaucht, die als verschollen galten wie die Ehrenpreis-Wespenbiene oder der Herabgebogene Igelsame.

Die Roten Listen sind unter der Federführung des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in Zusammenarbeit mit rund 600 Fachleuten aus Fachvereinigungen, Behörden und Hochschulen entstanden. Vor allem der Fachbeirat des Thüringer Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hat die Entstehung des Werks erheblich befördert. Rund 100 Personen haben als Autorinnen und Autoren die 16.972 in kleinteiliger Feldarbeit gesuchten und bestimmten Arten, Pflanzengesellschaften und Biotope in 44 Listen bewertet.

Der gut 500 Seiten umfassende Sammelband der Roten Listen Thüringens kann für 20 Euro zzgl. Versandkosten beim TLUBN bestellt werden.

Hintergrund:
Rote Listen gibt es auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene. Für Thüringen werden die Roten Listen alle zehn Jahre aktualisiert. Der Sammelband der Roten Listen Thüringens 2021 stellt die Aktualisierung der Roten Listen aus 2011 dar. Seit der Novellierung des Thüringer Naturschutzgesetzes 2019 ist die Aktualisierung der Roten Listen als staatliche Aufgabe des TLUBN dort verankert.

 

H&H Makler

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