Bemerkenswerte Aktion von Wacker

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Eine herzige Aktion von Wacker Gotha. Foto: Puwadon Sang-ngern/Pexels

Gotha (red, 20. Dezember). Die Spieler, Trainer und Vereinsmitarbeiter des FSV Wacker 03 Gotha haben in einer beispiellosen Aktion Geld zur Unterstützung von zwei Gothaer Stiftungen gesammelt. Das sei ihr Dank für die Sport- und Kulturpolitik in ihrer Heimatstadt, schreibt Wacker-Präsident Thomas Fiedler.

Spendenschecks wurde jüngst für die Stadtwerke-Sportstiftung und die Kulturstiftung Gotha übergeben.

Fiedler sagte, dies solle in schwierigen, aber auch bewegenden Zeit ein Zeichen sein, an Menschen von nebenan – egal, ob Sportler oder Kulturinteressierten – zu denken.

Traditionell danke der Verein zur Weihnachtszeit mit ein paar netten Zeilen und kleinen Präsenten Sponsoren und Unterstützern. Im November aber hätten sich die   Männermannschaften an den Vereinsvorstand gewandt und angeregt, auf Präsente zu verzichten und stattdessen die dafür reservierten Beträge zu spenden. Dies würden  Sponsoren erstehen – und begrüßen.

Tage später bot der Mannschaftsrat an, dass sich auch die Spieler, Trainer etc. an einer solchen Spendenaktion beteiligen wollten.

Der Vorstand regte an, dass man sich auf einen Empfänger einer solchen Spende einigen sollte. Das Ergebnis überraschte, so Fiedler: Nicht Kindereinrichtungen erhielten den Vorzug – weit mehr als die Hälfte der erwachsenen Spieler entschieden sich dafür, jene zu unterstützen, die schon seit langer Zeit für die Existenz und das Wohl der Gothaer Sportvereine verantwortlich zeichnen.

Die Stadtwerke-Sportstiftung Gotha wurde als Favorit erklärt. Die Argumentation für diese Entscheidung war schlüssig. Erstens, so hab es der Mannschaftsrat formuliert, sei Wacker immer schon ein Nehmer und somit Profiteur dieser Stiftung. Zweitens würden die Auswirkungen der Pandemie Fußballer als Freiluftsportler weit weniger treffen, als jene, die in Sporthallen ihrem Hobby nachgehen müssen. Schließlich wäre der Verlust der Eintrittsgelder aufgrund des ausgesetzten Zuschauerbesuches für jene Sportler dramatischer als bei den Fußballern.

Vor allem ältere Spieler gaben zu bedenken, dass auch die Gothaer Kultur unter der Pandemie leide. Auch Museen fehlten die Einnahmen. Nicht zuletzt hat die von OB Knut Kreuch gesteuerte Rückholaktion der 1979 gestohlenen Gemälde auch bei uns Fußballern Eindruck hinterlassen und kulturelles Interesse geweckt. „Fußballer sind eben nicht nur Grobmotoriker…“, schrieb Fiedler.

„Lasst uns“, so seien daher die Worte der Fürsprecher gewesen, „also auch die Ausstellungen in Schloss und Museum nicht vergessen. Die Kulturstiftung Gotha ist auf jede Unterstützung angewiesen und daher auch dankbar für jeden Euro, um weitere für Gotha bedeutende Güter wieder anzukaufen.“

Gerade diese Argumentation ist charakteristisch für den FSV Wacker 03 Gotha. An die Kultur in seiner Heimatstadt denkt man nur, wenn man seinem Sport in dem Ort nachgeht, der der Lebensmittelpunkt ist.

So trifft eben Sport Kultur!

Und nein – der FSV Wacker 03 Gotha habe nicht zu viel Geld, so der Wacker-Präsident. Aber seine Sportler besäßen genug Empathie, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. „Während wir unsere durch die Pandemie bedingten finanziellen Ausfälle im Frühjahr durch eine eigens initiierte Spendenaktion des Verkaufs virtueller Eintrittskarten kompensieren konnten, ist durch die erneute Aussetzung des Spielbetriebes im Herbst kaum finanzieller Verlust entstanden. Etwas zurückzugeben an die, die sonst für uns geben, ist die logische Konsequenz. Die Aktion unserer Spieler ist somit eine einfache und bescheidene Geste. Nicht mehr und nicht weniger ist der Grundgedanke hinter dieser Aktion. Eine Symbolik also, schließlich geht es nicht um Tausende von Euro“, argumentiert Fiedler.

Spieler, Trainer und der Vorstand versuchten damit ein weiteres Zeichen für das Miteinander der Gothaer Sportfamilie zu setzen.

Erst im Spätsommer habe man aus eigenem Antrieb auf die Beantragung von Hallenzeiten für das Training der Kinder und Jugendlichen verzichtet, damit den typischen Hallensportarten mehr Nutzungszeit zur Verfügung stehen konnten.

Fiedler führt fort: „Wir sehen uns mit diesen symbolischen Spenden im Einklang mit den derzeitigen und Corona bedingten Anforderungen an die gesamte Menschheit. Es ist der freiwillige Verzicht auf gewohnte Einnahmen, Abläufe oder Lebensweisen, um den Schutz Anderer zu gewährleisten. Dafür stehen wir als Sportler des FSV Wacker 03 Gotha.
Wir wünschen allen Gothaern eine schöne Weihnachtszeit, bleiben Sie gesund!“

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