Die Zukunft von Schloss Friedenstein – Gotha wird Kompetenzzentrum

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Schloß Friedenstein. Foto: Stefan C. Hoja, Wikipedia,

Gotha (red/mk, 25. August). Der Ministerialdirektor Dr. Günter Winands, Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, informierte sich am Dienstag bei seinem Besuch in Gotha über den aktuellen Stand der Projekte und über die Konzepte der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, die mit den umfangreichen Förderungen des Bundes entwickelt werden. Eingeladen hatten Oberbürgermeister Knut Kreuch und Stiftungsdirektor Dr. Tobias Pfeifer-Helke.

Mit den erheblichen Bundesinvestitionen will sich die Stiftung zukünftig nicht nur stärker auf dem nationalen Museumsparkett präsentieren und am internationalen Kultur- und Kunstgeschehen beteiligen, sondern auch zu einem Kompetenzzentrum für den musealen Bereich in Thüringen werden, das seine Leistungen auch anderen Häusern zur Verfügung stellt. Eine Vorreiterrolle spielt dabei das vom Bund mit 14,2 Mio. € und vom Freistaat Thüringen in gleicher Höhe kofinanzierte Digitalisierungsvorhaben „Gotha transdigital 2027“, dessen besonderer Stellenwert bereits bei der modellhaften Erschließung der ethnografischen Sammlung offenkundig wird. Bei seinem Besuch konnte Winands sich ein eigenes Bild hiervon machen und erhielt Einblicke, wie die Digitalisierung die Arbeitsprozesse in der Stiftung vom Sammlungsmanagement über die Ausstellungen, die Vermittlung bis hin zum Marketing verändern wird.

Darüber hinaus werden auf Grundlage des Maßgabebeschlusses des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags vom 26.11.2020 zur „Förderung der mitteldeutschen Schlösser- und Kulturlandschaft“ bis 2027 weitere Bundesmittel in Höhe von 3,5 Mio. € jährlich die Entwicklung der Provenienzforschung, der Vermittlung und des Marketings fördern. Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha wird damit der überregionalen Bedeutung ihrer Sammlungen gerecht. Im Herbst werden die Planungen auch der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Neuaufstellung der Museumspädagogik unter dem Oberbegriff „Wunderkammer Friedenstein“. Mit einer partizipativ-inklusiven Vermittlungsarbeit wird sich das Museum auch in der Stadt Gotha und darüber hinaus engagieren und einen offenen Ort – möglichst ohne Barrieren – schaffen, der als Diskussionsforum und Gestaltungsraum genutzt werden kann. Wie die historische Wunderkammer mit ihrer Vielfalt aus Kunst, Natur und Wissenschaft soll das moderne Museumserlebnis die Lust am Entdecken wecken. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit der Bevölkerung die Rolle der Stiftung und ihren Sammlungen weiterzudenken. Dabei sollen neue Zielgruppen erschlossen werden, die sich aktiv in das Museum einbringen können. Auch sollen sich verstärkt Schulen und Bildungsträger angesprochen fühlen, denen die Stiftung ein lebendiges Umfeld zum Lernen bieten kann.

Einen dritten Förderschwerpunkt bildet das regionale und überregionale Marketing der Stiftung, um für die Gothaer Schätze weltweit zu werben. Erstmals sollen in einem Verbund auch die anderen Gothaer Sammlungen wie Bibliothek und Archiv einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ein Teil der Investitionen werden verwendet, um gemeinsam mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowie anderen Schlösserpartnern im Rahmen der Schatzkammer Thüringen die einmalige Residenzkultur des Freistaates zu bewerben.

Der Standort Gotha besitzt großes Marken- und Identifikationspotenzial, um bundesdeutsche wie internationale Strahlkraft zu entwickeln. Die Investitionen des Bundes ermöglichen nun, über einen neuen Masterplan für den Friedenstein nachzudenken. Zunächst gilt der Besuch aber der Abstimmung der bis 2027 anvisierten Investitionen für die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.

Aktuelle Informationen zu einer ersten Auswahl an Projekten der Stiftung unter www.friedenstein.eu.

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