Handwerkspräsident fordert Strukturreform der sozialen Sicherungssysteme 

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Hans Peter Wollseifer: Foto: Mozamaniac, Wikimendia

Berlin/Gotha (red, 13. Januar). Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer erwartet von einer neuen Bundesregierung nach der Bundestagswahl im Herbst 2021 vor allem Mut für umfassende Strukturreformen in Rente, Kranken- und Pflegeversicherung.

Das fordert der Präsident des Zentralverbands des Handwerks (ZDH) in der heute veröffentlichten Premieren-Folge des neuen Podcast „Glanzstück“ des Gebäudereiniger-Handwerks. Jegliche Steuererhöhungs-Debatte lehne das Handwerk dagegen ab.

Mit Blick auf die Rente meint Wollseifer: „In einer Zeit, wo künftig ein Arbeitnehmer einen Rentenversicherten versorgen soll, wird das nicht mehr allein über den Lohnabzug gehen, den Betriebe und Arbeitnehmer zu leisten haben.“

Der Handwerkspräsident spricht sich zudem deutlich gegen Steuererhöhungsdebatten aus: „Das allerletzte nach der Pandemiezeit sind Steuererhöhungen. Wachstum ist der Schlüssel auch zur Finanzierung der Kosten der Pandemie.“ Als konkrete Maßnahmen für steuerliche Verbesserungen für die handwerklichen Betriebe nennt Wollseifer unter anderem Verbesserungen bei Abschreibungsmöglichkeiten, Verlustrücktrag und Thesaurierungsrückstellung.

Als Bilanz von bald acht Jahren Großer Koalition sieht der Handwerkspräsident Licht und Schatten: Mit den führenden Köpfen habe man gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Gerade die Bundeskanzlerin habe immer ein offenes Ohr für die Belange des Handwerks. „Es war aber immer zu spüren, dass diese Koalition keine Wunschbeziehung war“, so Wollseifer. „Viele nötige Impulse und Anstrengungen sind ausgeblieben, etwa das Thema Entlastung der Betriebe oder Bürokratieabbau.“

Für 2021 erwartet der Handwerkspräsident ein Anziehen der Wirtschaft, jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte. Eine zentrale Bedeutung dafür habe auch aus Sicht der Betriebe das Thema Impfen: „Wir denken, dass die Impflogistik sich verbessern wird und wir bis Mitte des Jahres einen Großteil der Bevölkerung durchgeimpft haben und es dann auch dazu kommt, dass die Wirtschaft ein Stückweit freier arbeiten kann.“

Mit knapp 700.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die Gebäudereiniger die beschäftigungsstärkste Handwerksbranche Deutschlands. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks vertritt als Arbeitgeber- und Dachverband die Interessen seiner knapp 2.500 Mitgliedsbetriebe, die rund 85 Prozent des Marktes repräsentieren.

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