„Kanzlerin noch nie so unsicher erlebt“

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Bildschirmfoto: OaF

Berlin/Gotha (red/ra, 29. März). Bundeskanzlerin Angela Merkel war gestern Abend der einzige Gast in Anne Wills Talkshow im ERSTEN. Merkels Auftritt fand naturgemäß ein breites Medienecho.

Wie erwartet, nahm die Bundeskanzlerin erneut Stellung zur jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz, deren einstimmig angenommenen Regelungen für die Ostertage massiven Widerstand erzeugt hatten und die Merkel deshalb kassierte, die alleinige Verantwortung dafür übernahm und die Bundesbürger um Entschuldigung bat.

Bei „Anne Will“ nahm sie nun aber u. a. NRW-Minister­präsident Armin Laschet ins Visier: „Es gibt mehrere Bundesländer, die eine sehr weite Interpretation haben und das erfüllt mich nicht mit Freude.“ Merkel drohte, sie würde zur Not das Infektionsschutzgesetz ändern lassen, würden die verbliebenen gemeinsamen Beschlüsse der Länder nicht rigoros umgesetzt werden.

Abgesehen von dieser Drohung habe die Kanzlerin aber dennoch „ratlos“ gewirkt, schreibt heute z. B. Georg Ismar im „Tagesspiegel“.
So empfand es auch Stephan Lamby. Der Journalist kennt die Kanzlerin mehr als zwei Jahrzehnte, habe sie aber noch nie so unsicher erlebt, schreibt er auf Twitter.
Vanessa Vu, die für die „Zeit“ schreibt, wunderte sich darüber, dass Merkel ständig davon rede, es wäre „Zeit zum Nachdenken“. Das Gegenteil sei der Fall, meinte die Autorin auf Twitter, wie frühere Epidemien und a
ndere Länder bewiesen hätten.
Nico Fried schreibt in der „Süddeutschen Zeitung“, man könne Anne Will nicht vorwerfen, Merkel sanft zu befragen: Abgesehen von gelegentlichen Freundlichkeiten reibe Will der Kanzlerin „die Defizite der Corona-Politik doch recht unverdrossen unter die Nase und hakt auch nach, wenn es geboten erscheint“.
Und auch Jan Böhmermann spottete: „Merkel hat Angst, im September nicht wiedergewählt zu werden.“

Die Sendung in der Mediathek (60-Min-Video)

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