Sicherung des Ostturms vom Friedenstein auf gutem Weg

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Abstützungen im Kellergeschoss, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten/Lutz Ebhardt

Rudolstadt/Gotha (red/fn, 22. Oktober). Auf Schloss Friedenstein in Gotha gehen die Sanierungsmaßnahmen mit großen Schritten voran. Wie bereits berichtet, sind die Arbeiten am Westflügel im Plan. Jetzt gehen auch die ersten Maßnahmen zur statischen Sicherung des Ostturms in die finale Phase. Mithilfe aufwendiger Stahlkonstruktionen werden die Stützpfeiler im Keller- und Erdgeschoss wieder tragfähig gemacht. Sie schultern die komplizierte Baukonstruktion des barocken Turms – und umfangreiche Bücherbestände der Forschungsbibliothek Gotha.

Statische Untersuchungen hatten im Mai 2020 gravierende Mängel ergeben. Die kurzfristige Sperrung und die nun laufende Sicherung waren unumgänglich. Bevor die umfassende konstruktive Sanierung des Turms im Rahmen des derzeit laufenden 60-Millionen-Euro-Projekts für Schloss Friedenstein beginnen kann, galt es eine rasche Übergangslösung zu finden. Damit sollen insbesondere die Bestände der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt schnellstmöglich wieder zugänglich gemacht werden. Dafür werden nun Gewölbebögen abgestützt und Pfeiler mehrfach umgurtet. Viele maßgefertigte Stahlträger kommen dabei zum Einsatz und sorgen bis zur Sanierung zuverlässig für Sicherheit. Dann können schwer lastende Bücherbestände beräumt und die Bauuntersuchungen und finalen Sanierungsplanungen fortgesetzt werden. Auch die derzeitigen Stahlarbeiten selbst müssen natürlich unter sicheren Bedingungen stattfinden. Deshalb wurde in den vergangenen Wochen eine Art Tunnel eingebaut, der aus der Bergwerkstechnik entlehnt ist.

Die Schäden an der Konstruktion haben mehrere Ursachen. Mit dem dreigeschossigen Turm und der großen Turmhaube ruht ohnehin eine große Last auf den Pfeilern. Ursprünglich gab es hier nur einen mehrgeschossigen großen Saal. Nach einem Brand 1678 wurde der Turm umfangreich umgebaut und bekam seine markante Turmhaube. Dabei wurden mehrere neue Geschosse und eine massive Innenwand eingebaut. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder Veränderungen in den Räumen und durch die Nutzung als Bibliothek zusätzliche Gewichte. Jetzt soll erstmals ein umfangreiches Sanierungskonzept die statischen Probleme langfristig beheben.

Für die Sanierung von Schloss Friedenstein mit Herzoglichem Park erhält die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten eine Förderung von jeweils 30 Millionen Euro vom Bund und vom Land Thüringen. Baulicher Schwerpunkt ist derzeit der Westflügel, parallel werden spätere Abschnitte geplant. Trotz der umfangreichen Baumaßnahmen sind wesentliche Teile des Schlosses für den Besucherverkehr zugänglich. Mehr zum Sanierungsprojekt und den Hintergründen unter www.friedensteinblog.de.

 

H&H Makler

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