OB Kreuch: Bürger fordern geradezu von der Stadt „Brecht die Straßen auf!“

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Baustelle. Symbolbild: Pixabay

Gotha (red/ra 18. Februar). „Mancher wird sagen: ,Die ganze Stadt ist eine Baustelle…´ – das ist sie seit 1.200 Jahren.“ So kündigte Gothas OB Knut Kreuch am Donnerstag in der Pressekonferenz die Informationen über die größeren und langfristigeren Baustellen im Gothaer Stadtgebiet im laufenden Jahr an.

Die Verwaltung macht das seit einigen Jahren, meist Mitte Februar – kurz bevor die Baustellensaison beginnt. Deshalb, weil im Märzen der (Tief-)Bauer die Bagger anwirft.

Er sei dankbar, so der OB, dass die Bundesregierung die Preise an den Tankstellen hochtreibe: „Da werden die Leute weniger pendeln.“ So sei seine Hoffnung wie auch die, dass damit der (Wirtschafts-)Standort Gotha attraktiver werden würde. „Mit dem ÖPNV von den Drei Gleichen nach Ohrdruf zu kommen, ist nahezu unmöglich“, argumentierte er.

Kreuch fuhr fort und meinte, die Bürger würden geradezu von der Stadt fordern: „Brecht die Straßen auf!“. Deshalb, weil sie allesamt auf Glasfaser und Digitalisierung stünden. Zudem bräuchten Häuslebauer Anschluss ans Kanalnetz.

Diese Tatsache verwob er dann rhetorisch geschickt mit der #1 der Baustellen dieses Jahres, mit dem Projekt „Fichtestraße“ (wir berichteten): Das sei zustande gekommen, weil der Gothaer Wasser- und Abwasserverband dort quasi eine tickende Zeitbombe habe. Der Kanal im Straßenverlauf sei dicht und drohe zu bersten, erklärte Kreuch, um die Folgen einer solchen Implosion anschaulicher zu machen: „Bricht der zusammen – und wir stehen kurz davor –, dann können 5.000 Bürger nicht mehr an der Strippe ziehen…“ Man könne vielleicht auf Glasfaser verzichten – auf zeitgemäße Abwasserentsorgung nicht.

Doch damit nicht genug: Kreuch verwies darauf, dass immer noch in weiten Teilen der Stadt Infrastruktur aus dem 19. Jahrhundert unter der Erde liege. Deshalb werde man auch 2024 oder 2025 am Bertha-von-Suttner-Platz die Kanäle, die von 1880 oder 1890 stammen  und bisher gehalten hätten, „weil sie deutsche Wertarbeit waren“, erneuern müssen.

Vierzehn Baustellen wurden anschließend durch Christopher Zick, dem Sachgebietsleiter der Straßenverkehrsbehörde, vorgestellt:

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