ThüringenForst startet Verbiss- und Schälschaden-Inventur

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Infektionsherd Rotwild-Schälschaden an einer Fichte: Die Inventur soll u. a. klären, in welchem Ausmaß sie auftreten und ob ggf. jagdliche Maßnahmen notwendig sind. Foto: Horst Sproßmann/ThüringenForst

Erfurt (red/hs, 1. März). Seit 2010 wird im dreijährigen Turnus in den Wäldern Thüringens mittels Stichprobenraster Schäden durch Verbiss und Schälen durch Wild im Wald erhoben.

Insbesondere Rot- und Rehwild verursacht, wenn es hohe Wilddichten erreicht, teils massive Schäden an den heimischen Waldbäumen. Besonders in Zeiten der Wiederbewaldung und des Waldumbaus sind die ökologischen Schäden wie Pflanzenverlust und Artenverarmung dramatisch.

Es werden rund 250.000 Pflanzen erfasst. Die Inventurleitung obliegt dem der Landesforstanstalt unterstellten Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (FFK). Das setzt geschulte Inventurtrupps der Forstämter bzw. private Forstdienstleister ein.

Waldbesitzer und Jagdpächter können den Außenaufnahmen beiwohnen, um höchstmögliche Verfahrenstransparenz zu gewährleisten. Auf einer Fläche von jeweils 150 Hektar wird eine Aufnahme der Naturverjüngung durchgeführt, auf weiteren Flächen erfolgt eine Aufnahme der Schälschäden. Rehwild frisst ausgesprochen gerne die Triebe und Knospen junger Laubbäume, wie Buche, Eiche oder Ahorn. Geschälte Bäume werden faul und faules Holz kann nicht mehr verwendet werden.

Den Waldbesitzern beschert dies hohe finanzielle Verluste und Mehrkosten, weil z. B. Kulturen durch Zäune geschützt werden müssen.

Die Inventurergebnisse münden deshalb in einem Gutachten, das eine Voraussetzung fürs Planen der Bejagung durch die Unteren Jagdbehörden für die nächsten Jahre sein wird. Der Grund: Nur wenn Wildbestände an die Ökosysteme angepasst werden, können klimastabile Mischwälder wachsen.

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