Wie viel Wald verbraucht ein Holzhaus?

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Auch im öffentlichen Gebäudebau, hier das 2014 neu errichtete ThüringenForst-Jugendwaldheim Gera-Ernsee, macht Holz was her. Foto: Dr. Horst Sproßmann/ThüringenForst

Erfurt (red/hs, 19. April). Ein- und Zweifamilienhäuser aus Holz erobern immer mehr Marktanteile. Inzwischen wird jedes fünfte Haus im Freistaat aus Holz errichtet. Damit erreicht der Freistaat die höchste Holzbauquote der östlichen Bundesländer. Auch im öffentlichen Gebäudebau ist Holz ein gefragter Baustoff – egal, ob für eine Turnhalle, einen Kindergarten oder das Feuerwehrgerätehaus. Für ein Holzgebäude sprechen insbesondere der natürliche Baustoff, die gesunde und behagliche Wohnatmosphäre und die Klimafreundlichkeit. Aber verbraucht ein Holzhaus keinen Wald?

Wer ein Holzhaus baut, verbraucht keinen Wald
Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur (BWI) 3, der größten nationalen Bestandsaufnahme heimischer Wälder, gibt hierauf eine klare Antwort. Die Waldfläche Thüringens hat gegenüber der Vorgängerinventur BWI 2 um 5.000 Hektar zugenommen. Es gibt also im Freistaat immer mehr Wald, verursacht durch Erstaufforstung und der natürlichen Wiederbewaldung von Offenland.
Aber nicht nur das: „Der Holzzuwachs in Thüringen liegt laut BWI 3 bei 11,2 Vorratsfestmeter je Jahr und Hektar. Im Rahmen der Ernte des umweltfreundlichen und nachwachsenden Rohstoffes Holz werden hiervon regulär nur rund 70 % genutzt“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Das bedeutet, dass nicht nur die Waldfläche, sondern auch die Holzvorräte in Thüringen stetig zunehmen. Kurzum: Die heimischen Wälder verbessern sich in Quantität und Qualität. Holz-Häuslebauer können ein gutes Gewissen haben: Wer regionales Holz für den Hausbau nutzt, verbraucht keinen Wald. Im Gegenteil. Da verbautes Holz seine Eigenschaft Kohlenstoff zu speichern nicht verliert, ist jedes Holzhaus so ganz nebenbei ein CO2-Speicher und damit Klimaschutz pur. Rund 40 Tonnen klimaschädliches CO2 werden beim Bau eines Holzhauses (140 qm) im Vergleich zu herkömmlichen Baustoffen gebunden. Ein Holzhaus trägt also die positive Eigenschaft des Waldes als Klimaschützer gleichsam weiter. zudem erreichen moderne Holzhäuser heute dieselben Standards wie Massivhäuser. Etwa beim Brandschutz, dem Schallschutz und der Langlebigkeit.

Holzarchitektur und Tradition
Über Jahrhunderte und Jahrtausende war Holz das Baumaterial schlechthin. Das lag nicht nur daran, dass Deutschland immer ein waldreiches Land war, sondern weil schon die Altvorderen die leichte Bearbeitbarkeit, Stabilität, Dämmungswirkung, den Wohnkomfort und schließlich die Langlebigkeit von Holz zu schätzen wussten. Dies sieht man an den Jahrhunderten alten, zwar wettergegerbten, gleichwohl immer noch schönen und bewohnbaren Bauernhäuser in den deutschen Mittelgebirgen wie auch dem Alpenraum. „So mancher Betonkomplex aus den 1970er Jahren sieht heute schäbiger aus, als die malerischen Holzhäuser im Thüringer Wald“, so Gebhardt abschließend.

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