Zustand der Waldböden wird ermittelt

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Eine Grube macht aus dem Waldboden ein offenes Buch: Aus dem Bodenhorizont können Forstexperten wichtige Bodeninformationen ablesen. Ende diesen Jahres wird die Erhebung plangemäß abgeschlossen. Foto: Dr. Horst Sproßmann

Erfurt/Landkreis (red/hs, 9. März). Im April 2022 wurde von Forstministerin Susanna Karawanskij die erste thüringische Bodenprobe für die dritte deutschlandweite Bodenzustandserhebung (BZE III) in einem Wald bei Sömmerda gewonnen. Danach folgten weitere Untersuchungen an 51 der 100 BZE-Punkte.

Jetzt wird mit der zweiten Tranche in Mittel-, Ost- und Südthüringen begonnen. Damit sollen Erkenntnisse zum Zustand und der Veränderung von Waldböden, des Waldbestandes, des Kronenzustandes, der Waldvegetation und der Ernährungssituation der Waldbäume gewonnen werden. Zusätzlich erfassen die Forstexperten die Kohlenstoffspeicherung der Waldböden für die Klimaschutzforschung.

Die Ergebnisse der umfangreichen Erhebungen und anschließenden Laborauswertungen werden Ende 2026 als Bericht vorliegen. „Bodenschutz ist Waldschutz. Waldschutz ist Klimaschutz. Waldböden sind enorm wichtige Kohlenstoffspeicher, Wasserreservoirs, artenreiche Lebenswelten und Produktionsgrundlagen für die Forstwirtschaft. Gerade für das Waldland Thüringen sind lebendige, ökologisch stabile und nährstoffreiche Waldböden von existenzieller Bedeutung. Ihr Zustand ist ein maßgeblicher Gradmesser, wie es um die Gesundheit unserer Wälder bestellt ist. Die Ergebnisse der Bodenzustandserhebung geben uns auch wichtige Erkenntnisse für den standortangepassten, klimaresilienten Umbau unserer Wälder“, sagt Thüringens Forstministerin Karawanskij.

Waldböden sind multifunktional wie die Wälder
„Waldböden sind multifunktional wie die auf ihnen stockenden Wälder. Sie sind nicht nur deren Standort und Nährstoffquelle, sondern dienen auch dem Klima-, Biodiversitäts- und Trinkwasserschutz“, erläutert Volker Gebhardt, Vorstand der ThüringenForst-AöR. Um ihren Zustand, vor allem aber Veränderungen rechtzeitig zu erfassen, wird die inzwischen dritte BZE durchgeführt. Alle 15 Jahre, erstmals nach der deutschen Wiedervereinigung, erfolgt diese Großrauminventur in einem 8 x 8-Kilometer Stichprobennetz. Die Ergebnisse sind vor allem für Politik, Verwaltung, Verbände und nicht zuletzt die Waldbesitzenden von größtem Interesse, um eine nachhaltige und klimawandelorientierte Waldbewirtschaftung sicherzustellen.

Bund-Länder-Gemeinschaftsprojekt
Die BZE ist ein langfristiges Gemeinschaftsprojekt von Bund und Ländern, auf bundeswaldgesetzlicher Grundlage verpflichtend, und ein zentraler Baustein des forstlichen Umweltmonitorings. Die Ergebnisse ergänzen die Resultate weiterer Forsterhebungen im Freistaat, etwa an den thüringenweit 15 Haupt- und Waldmessstationen. Daneben ist die ThüringenForst-AöR mit ihrem Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (FFK) auch für die jährliche Waldzustandserhebung, die zehnjährige Bundeswaldinventur, die Waldbiotopkartierung , das laufende Waldschutzmonitoring oder die dreijährig durchgeführte Verbiss- und Schälschadensinventur verantwortlich. Für sämtliche Erhebungen hält die Landesforstanstalt nicht nur das erforderliche Know-how vor, sondern auch das Fachpersonal. Die bundesweiten Auswertungen erfolgen hingegen durch das Johann-Heinrich von Thünen-Institut, Institut für Waldökosysteme, in Eberswalde.

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