Bald schon Fairtrade-Stadt Jena?

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Über 40 Fairtrade-Städte gibt es mittlerweile in Deutschland, in Thüringen jedoch nur Nordhausen. Das soll sich ändern. Jena bewirbt sich im zweiten Anlauf um diesen prestigeträchtigen Titel. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen fünf Kriterien erfüllt werden, z. B. müssen in mindestens 21 Geschäften und 11 gastronomischen Einrichtungen Produkte aus fairem Handel angeboten werden. Warum sich Jena erneut um den Titel bewirbt und wie der Stand der Bewerbung ist, erfuhr Oscar-Mitarbeiterin Conni Winkler im Gespräch mit Melanie John (Foto) vom Agendabüro, das sich um die Koordination dieser Aktion kümmert:

Frau John, warum bewirbt sich Jena überhaupt um den Titel?
Jena möchte sich als faire, weltoffene Stadt präsentieren und ein Zeichen setzen für mehr Gerechtigkeit im Handel, für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen und gegen Kinderarbeit.
Und was erhofft sich die Stadt konkret davon?
Durch unsere Bewerbung um den Titel Fairtrade-Stadt wird der faire Handel in die Öffentlichkeit gerückt. Die Bürger werden sensibilisiert für fairen Handel. Ich denke, in Jena gibt es gute Voraussetzungen für bewusstes Einkaufen. Viele Bürger sind offen für dieses Thema und hinterfragen schon jetzt die Herkunft von Produkten. Wir möchten erreichen, dass noch mehr Menschen umdenken und Fairtrade-Produkte kaufen. Die Kaufkraft ist ja da.
Dabei geht es doch auch um das Image der Stadt.
Natürlich ist das gut für das Image von Jena. Wir wollen damit Vorbild sein für andere Städte und Gemeinden.
Was bringt es dem einzelnen Bürger überhaupt, wenn sich Jena Fairtrade-Stadt nennen darf?
Der Bürger wird sensiblisiert für das Thema, weil einige den Namen noch nicht kennen. Es regt zum Nachdenken an, man geht bewusster damit um.
Meinen Sie wirklich, dass ein Umdenken stattfinden wird?
Das hoffe ich.
Wie wollen Sie es dieses Jahr schaffen?
Am 6. März wird es ab 18 Uhr in der Rathausdiele die offizielle Auftaktveranstaltung geben. Interessierte Bürger sind herzlich willkommen. Das „Forum Faires Jena“ wird die geplanten Aktionen vorstellen und kümmert sich im weiteren Verlauf um die Organisation. Verschiedene Bildungsprojekte sollen ins Leben gerufen werden. Gut können wir uns auch eine Art Plakette vorstellen, welche die Geschäfte mit Fairtrade-Produkten an ihrer Ladentür befestigen können. So
wird fairer Handel in Jena sichtbar gemacht. Natürlich soll auch bei den Stadtratssitzungen nicht nur fairer Kaffee ausgeschenkt werden, auch Plätzchen oder Tee aus fairem Handel sind denkbar.
Frau John, noch eine private Frage: Kaufen Sie auch selbst Produkte mit dem Fairtradesiegel?
Ab und an kaufe ich Fairtradekaffee oder Fairtradeschokolade – sofern es mein Geldbeutel zulässt. Ich weiß, dass ich damit etwas Gutes tue und kann es besser genießen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Conni Winkler.



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