Und alle Fragen offen …

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Fliesenstudio Arnold

Die Forstbetriebsgemeinschaft hatte am 3.5.2012 zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, bei der Vertreter der Firma Trianel den Planungsstand und insbesondere die möglichen Trassenführungen für den Stromanschluss des zukünftigen Wasserspeicherkraftwerkes nahe Tambach-Dietharz vorstellten. Als Gäste nahmen auch einige Gemeinderäte aus Günthersleben-Wechmar und Georgenthal teil. In sachlicher Diskussion wurden  die Probleme erörtert. Die Waldbesitzer und Gäste konnten uneingeschränkt Fragen stellen, die durch die Herren Peters und Dr. Schöpfer beantwortet wurden, so gut es beim derzeitigen Stand der Planung möglich war.

Zusammenfassend ist festzustellen: Derzeit ist noch alles offen. Wenn die Trasse kommt, wird es erhebliche Einschnitte in Natur und Umwelt, Landschaftsbild und Forstwirtschaft geben. Mindestens 70 ha Wald gehen allein durch die Trasse verloren. Das ist mehr als für das neue Oberbecken gebraucht wird. In zwei möglichen  Varianten der Trassenführung ist klein parzellierter Privatwald in erheblichem Maße betroffen. Im Einzellfall kann dies zur völligen Entwertung der Grundstücke führen. Die Trasse wird je nach Mastausführung zwischen 60 und 110 m breit. Aufgrund der Struktur des Gebietes mit z.T. erheblichen Steilhängen wird selbst die Nutzung als „Weihnachtsbaumplantage“ schwierig. In Anbetracht der Rotwildpopulation kommt nur eine Einzäunung der entsprechenden Bereiche in Betracht. Damit wird die Nutzung aber wirtschaftlich sinnlos. Es entsteht ein Wiesenstreifen von einigen Kilometern Länge, der entsprechend gepflegt werden muss. Die Waldeigentümer werden Entschädigungen bekommen – das wollen sie aber nicht. Wie in Einzelgesprächen nach der Veranstaltung deutlich wurde, hat man Angst vor einer Enteignung – die in der DDR ja bereits einmal vollzogen wurde.    
Hervorzuheben ist, dass die Firma bereit ist, auch alternative Routenführungen zu prüfen und diese in das Raumordnungsverfahren einzubeziehen. Den Waldbesitzern wurde angeboten, noch entsprechende Vorschläge zu unterbreiten.
Bedauerlich ist, das nach Auskunft von Dr. Schöpfer die Netzbetreiber  50Hertz und TEN Thüringer Energienetze GmbH als Tochter der E.ON keine Möglichkeit sehen, bereits vorhandene Trassen zu nutzen, indem man die Masten mit nutzt bzw. diese entsprechend ersetzt.. Da es sich um völlig andere Unternehmen handelt, sieht man von Seiten Trianel auch keine Einflussmöglichkeit.
Hier ist wohl die Kommunalpolitik gefragt. Wenn TEN /E.ON Konzessionsverträge möchte, muss sich doch eine Möglichkeit finden, hier eine Lösung zu erarbeiten.
Neben vielen anderen Hürden für das ehrgeizige Projekt „Wasserspeicherkraftwerk“ steht im Wald zwischen Tambach-Dietharz, Georgenthal und Gräfenhain nun eine neue. Ob man hier eine für alle Beteiligten verträgliche Lösung findet, wird sich hoffentlich zeigen.